Datum11.05.2026 12:52
Quellewww.zeit.de
TLDRDie sachsen-anhaltische CDU fordert eine deutliche Begrenzung der Spitzengehälter bei ARD und ZDF. Medienpolitiker Markus Kurze argumentiert, Intendantengehälter seien schwer zu rechtfertigen, wenn sie höher als die von Ministerpräsidenten seien. Die Vergütung müsse sich am öffentlichen Dienst orientieren, und "utopische" Gagen für Stars seien abzulehnen. Die CDU strebt zudem den Abbau von Doppelangeboten, eine Fokussierung des Programmauftrags auf Nachrichten, Bildung und Kultur sowie langfristig eine Senkung des Rundfunkbeitrags an.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „ARD & ZDF“. Lesen Sie jetzt „CDU will Spitzengehälter beim Rundfunk deutlich begrenzen“. Die sachsen-anhaltische CDU-Landtagsfraktion hat sich dafür ausgesprochen, die Gehälter von Führungskräften im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) deutlich zu begrenzen. "Es ist halt dem Bürger schwer zu erklären, dass manche Intendantengehälter eben höher sind als eines von einem Ministerpräsidenten", sagte der medienpolitische Sprecher Markus Kurze bei der Vorstellung von Reformvorschlägen in Magdeburg. Die Vergütung müsse sich grundsätzlich am öffentlichen Dienst orientieren. "Dann kann man auch ordentliche Gehälter zahlen", sagte Kurze. "Gehälter für Stars und Moderatoren in utopischen Höhen darf es beim ÖRR nicht geben", heißt es in dem CDU-Papier. Wie das umgesetzt werden soll, ob etwa mit einer gesetzlichen Regelung, ließ Kurze offen. Man wünsche sich aber Bewegung, weil man so etwas für das Vertrauen und die Akzeptanz des Rundfunks tun könne. Im Landtag von Sachsen-Anhalt ist vor drei Jahren eine Enquete-Kommission zum ÖRR eingesetzt worden. Das Gremium trägt den Titel "Das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk durch Transparenz und Reformwillen stärken" und sollte konkrete Reformvorschläge erarbeiten. Die Gesamtergebnisse werden in ein einigen Wochen vorgelegt, die CDU hat ihre Vorstellungen schon jetzt präsentiert. "Wir brauchen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk", sagte CDU-Obmann Marco Tullner. Aber die bisherigen Reformen reichten nicht aus. Die CDU-Fraktion drängt etwa auf Veränderungen bei ARD und ZDF, um Doppelangebote abzubauen – ein Sender soll als bundesweites Programm dienen, ein Kanal stärker als "Sender der Regionen". Den Rundfunkbeitrag von aktuell 18,36 Euro pro Monat möchten die Christdemokraten stabil halten. Langfristig wolle man aber eine Senkung hinbekommen, sagte Tullner. Dies setze jedoch Strukturveränderungen voraus. Der Programmauftrag ist aus Sicht der CDU zu umfassend formuliert, er soll auf Nachrichten, Bildung und Kultur konzentriert werden. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist richtig und wichtig, aber aus Sicht vieler zu groß und zu teuer", sagte Kurze. "Es gibt viel Gleiches vom Gleichen und genau an dem wollen wir arbeiten." © dpa-infocom, dpa:260511-930-64528/1