Umfrage zu hohen Preisen: Zwei Drittel schränken Energieverbrauch ein

Datum11.05.2026 12:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRAufgrund gestiegener Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs schränken zwei Drittel der Deutschen ihren Verbrauch ein. 55 % reduzieren Heizkosten, 52 % sparen Strom und 56 % vermeiden Stand-by-Modus. Auch beim Verkehr gibt es Einsparungen. Ein Viertel spart nicht, da sie bereits sparsam sind oder die Kosten verkraften. Bei der Abkehr von fossilen Energieträgern herrscht Zurückhaltung, oft werden nur kleinere Maßnahmen ergriffen.

InhaltViele Menschen in Deutschland bekommen den Irankrieg in Form von hohen Energiepreisen schmerzhaft zu spüren. Plötzlich lohnt sich das Sparen von Strom, Heizöl und Benzin. Die infolge des Irankriegs gestiegenen Energiepreise führen bei vielen Menschen in Deutschland zu einem sparsameren Umgang mit Energie. Bei einer Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox gaben rund zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten an, ihren Energieverbrauch wegen der höheren Kosten bewusst einzuschränken. Der repräsentativen Erhebung zufolge reduzieren 55 Prozent ihre Heizkosten, 52 Prozent achten stärker auf ihren Stromverbrauch. 56 Prozent vermeiden nach eigenen Angaben den Stand-by-Betrieb elektronischer Geräte. Auch beim Verkehr zeigen sich Veränderungen: 48 Prozent lassen wegen hoher Spritpreise häufiger das Auto stehen. 29 Prozent steigen öfter aufs Fahrrad um, 24 Prozent nutzen häufiger Bus und Bahn. Zugleich spart mehr als ein Viertel der Befragten nach eigenen Angaben keine Energie ein. Als wichtigsten Grund nannten 52 Prozent dieser Gruppe, bereits zuvor sparsam gewesen zu sein und kein weiteres Einsparpotenzial zu sehen. Besonders häufig vertreten ältere Menschen zwischen 70 und 79 Jahren diese Ansicht. Weitere 22 Prozent erklärten, die höheren Energiekosten seien für sie finanziell verkraftbar; 18 Prozent möchten ihre Alltagsgewohnheiten grundsätzlich nicht ändern. Bei der langfristigen Abkehr von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zeigt sich laut der Umfrage dagegen Zurückhaltung. Zwar haben 23 Prozent bereits Maßnahmen ergriffen, weitere 38 Prozent planen entsprechende Schritte. 40 Prozent gaben jedoch an, bislang nichts unternommen zu haben. Wer bereits gehandelt hat, setzt vor allem auf kleinere Maßnahmen. 68 Prozent dieser Gruppe nutzen nach eigenen Angaben Sonnenenergie, 48 Prozent sparen gezielt Energie ein. Größere Investitionen wie Gebäudedämmungen, moderne Heizsysteme oder der Umstieg auf ein Elektroauto spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle. Für die Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut Innofact im April 2026 online 1013 Menschen zwischen 18 und 79 Jahren.