Datum11.05.2026 12:13
Quellewww.spiegel.de
TLDRPassagiere des Kreuzfahrtschiffes "Hondius", auf dem es zu einem Hantavirus-Ausbruch mit drei Todesfällen kam, werden nach ihrer Ankunft in Australien für mindestens drei Wochen unter Quarantäne gestellt. Vier symptomfreie deutsche Passagiere dürfen nach Deutschland reisen und dort häusliche Quarantäne antreten. Australien begründet die strenge Maßnahme mit dem langen Flug und einem potenziellen Übertragungsrisiko. Die Inkubationszeit des Virus kann bis zu 45 Tage betragen.
InhaltDie Strapazen für vom Hantavirusausbruch betroffene Schiffspassagiere gehen weiter. In Australien wartet eine wochenlange Quarantäne. Die vier Betroffenen in Deutschland sollen derweil in ihre Bundesländer reisen dürfen. Erste Passagiere und Besatzungsmitglieder verließen am Sonntag das Kreuzfahrtschiff "Hondius" vor Teneriffa. Für sechs vom Hantavirus-Ausbruch auf dem Schiff betroffene Passagiere, die nach Australien reisen werden, gehen die Strapazen noch einige Wochen weiter. Australien wird die Passagiere nach ihrer Ankunft mindestens drei Wochen lang in einer speziellen Quarantänestation isolieren. Nach Angaben der Regierung vom Montag werden die Reisenden in dem ursprünglich für die Coronapandemie errichteten Bullsbrook-Zentrum bei Perth im Westen Australiens aufgenommen. Von den sechs Passagieren, die bislang keine Symptome zeigten, haben vier die australische Staatsbürgerschaft, einer eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung und einer die neuseeländische Staatsbürgerschaft. Sie sollen nach spanischen Angaben am Nachmittag von der spanischen Kanareninsel Teneriffa aus nach Australien geflogen werden. Landen sollen sie nach Angaben des australischen Gesundheitsministers Mark Butler auf einem Luftwaffenstützpunkt in direkter Nachbarschaft zu dem Quarantäne-Zentrum. Laut Butler muss noch entschieden werden, wie mit den Passagieren nach der ersten dreiwöchigen Quarantäne verfahren werde. Andere Länder würden die Passagiere nach wenigen Tagen wieder entlassen, damit sie sich zu Hause isolierten, sagte Butler auf einer Pressekonferenz. Australien reagiere jedoch "stärker", da der lange Flug von Teneriffa in einer relativ kleinen Maschine ein größeres Übertragungsrisiko darstelle. Am Sonntag hatten erste Passagiere mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten. Vor Verlassen des Schiffs waren nach Angaben der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García alle Passagiere und Besatzungsmitglieder noch einmal untersucht und für symptomfrei befunden worden. Die vier betroffenen deutschen Passagiere stammen dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zufolge aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein. Keine der vier Personen habe bisher Symptome, heißt es weiter. Die Passagiere sollten demnach im Tagesverlauf vom Uniklinikum Frankfurt aus in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden. Zu erwarten sei, dass sie an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne kommen, teilt das Ministerium mit. "Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht." Über die konkreten Maßnahmen entscheiden die jeweils zuständigen Gesundheitsämter. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es bei diesem Erreger Experten zufolge bis zu 45 Tage dauern. Falls eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden, teilt das BMG mit. In den vergangenen Wochen waren drei Passagiere des Schiffs am Hantavirus gestorben, darunter eine Deutsche. Der Ausbruch des Hantavirus auf der MV "Hondius" weckt Erinnerungen an die Coronapandemie. Es gibt Tote und Infizierte, die Infektionskette reicht bis nach Europa. Worauf es jetzt ankommt, lesen Sie hier.