Datum20.11.2025 10:16
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Nashville wurden 450 Stücke aus dem Nachlass von Kraftwerk-Mitgründer Florian Schneider versteigert, darunter bemerkenswerte Instrumente wie ein Sennheiser Vocoder, der für 256.000 Dollar verkauft wurde. Die Auktion übertraf alle Erwartungen und belegt Schneiders Einfluss auf die elektronische Musik. Ein Rennrad aus dem "Tour de France"-Musikvideo erzielte fast 58.000 Dollar, während weitere Gegenstände wie ein VW-Kastenwagen und ein Lichtschild hohe Preise erzielten. Schneider, der 2020 verstarb, prägte mit Kraftwerk die moderne Musiklandschaft.
InhaltEin Vocoder für 256.000 Dollar, ein Rennrad für 58.000 Dollar: Fünf Jahre nach seinem Tod sind in Nashville 450 Stücke aus dem Nachlass des Kraftwerk-Mitgründers Florian Schneider versteigert worden. Kraftwerk-Fans freuten sich über die 450 Stücke , die aus dem Nachlass von Florian Schneider versteigert wurden: Zumindest strahlen die Gegenstände den modernistischen Geschmack aus, den man von dem Mitgründer der Musikgruppe Kraftwerk erwartet hätte. Fünf Jahre nach Schneiders Tod kamen nun bei der Auktion in Nashville, Tennessee seltene Instrumente, Studiogeräte und persönliche Gegenstände unter den Hammer, wie das Auktionshaus Julien's Auctions mitteilte. Unter den Highlights war ein Sennheiser VSM Vocoder, der mit einem Auktionspreis von 256.000 Dollar (222.000 Euro) mehr als das Achtfache des geschätzten Wertes erzielte. Solche Geräte setzte Kraftwerk etwa bei den Alben "Die Mensch-Maschine" (1978) und "Computerwelt" (1981) ein. Ein Rennrad, das 1984 in dem Musikvideo für "Tour de France" vorkommt, fand für knapp 58.000 Dollar einen neuen Besitzer, das 14-fache des Schätzpreises. Ein grauer VW-Kastenwagen, Baujahr 1964, erzielte mehr als 44.000 Dollar. Ein Lichtschild mit der Aufschrift "Ruhe" aus dem Kling-Klang-Studio in Düsseldorf kam für gut 19.000 Dollar unter den Hammer, es war vorab auf rund 700 Dollar geschätzt worden. Ein Reisepass von Florian Schneider aus dem Jahr 1968 erzielte 6400 Dollar. Sie seien von dem "herausragenden Ergebnis" der Auktion völlig begeistert, teilte Giles Moon von Julien's Auctions mit. Das weltweite Interesse würde die Besonderheit dieser Stücke und Schneiders "entscheidende Rolle" bei der Prägung der elektronischen Musik unterstreichen. Schneider war im April 2020 im Alter von 73 Jahren an Krebs gestorben. Zusammen mit Ralf Hütter hatte er 1970 das Kling-Klang-Studio gegründet. In dem Düsseldorfer Studio bastelte die Gruppe an ihrem vollsynthetischen, elektronischen wie minimalistischen Sound. Mit "Autobahn" hatte Kraftwerk dann 1974 den internationalen Durchbruch. Das Album war der erste Exportschlager deutscher Popmusik in die USA. Ende 2008 verließ Schneider die Gruppe im Alter von 61 Jahren. 2014 erhielt er für sein Lebenswerk den Grammy. Der minimalistische Synthesizer-Sound von Kraftwerk war bahnbrechend und wegbereitend für Musikstile wie Elektro und Techno.