Datum11.05.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Immobilienpreise an Nord- und Ostsee sinken leicht, bleiben aber hoch. Auf Sylt kostet ein Quadratmeter im Schnitt 12.557 Euro, auf den Ostfriesischen Inseln 8.294 Euro. Das Festland ist deutlich günstiger. Makler sehen eine Annäherung von Angebot und Nachfrage. Käufer achten verstärkt auf Lage, Energieeffizienz und Vermietbarkeit. An der Ostsee liegt Fischland-Darß-Zingst vorne, gefolgt von Rostock und den Inseln Usedom/Fehmarn. Hochpreisige Lagen geraten unter Druck.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Immobilien an Nord- und Ostsee“. Lesen Sie jetzt „Ein Quadratmeter Sylt für mehr als 12.500 Euro“. Die Preise für Einfamilienhäuser auf den bei Urlaubern und Vermögenden beliebten Nord- und Ostfriesischen Inseln geben teils deutlich nach - sind aber weit entfernt von Schnäppchenangeboten. So kostete ein Quadratmeter Haus auf den Nordfriesischen Inseln - dazu zählen etwa Sylt, Föhr, Amrum und Pellworm - im ersten Quartal im Schnitt 9.922 Euro und damit 4,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus dem jüngsten Küstenreport der bundesweit operierenden Maklerfirma Von Poll Immobilien hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Hauptverantwortlich für die nach wie vor sehr hohen Preise ist die Insel Sylt, die für ihre langen Strände und eine der höchsten Millionärsdichten in Deutschland bekannt ist und seit jeher zu den teuersten Regionen Deutschlands zählt. Dort sanken die Preise den Angaben zufolge lediglich um 1,5 Prozent. Ein Quadratmeter Wohnfläche kostete damit immer noch im Schnitt 12.557 Euro. Deutlich günstiger, aber für viele immer noch unerschwinglich, präsentieren sich die Ostfriesischen Inseln vor der niedersächsischen Küste. Dort kostet ein Haus in gutem Zustand etwa auf Juist, Langeoog oder Norderney im Schnitt 8.294 Euro pro Quadratmeter - 5,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Nordseeküste mit ihrem Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer, dem weltweit größten zusammenhängenden Schlickwatt- und Sandgebiet, ist bei Immobilienkäufern weiter beliebt, zeigt sich aber deutlich günstiger als die Inseln. So gab es auf dem Festland etwa im Kreis Nordfriesland - dort befindet sich unter anderem Sankt Peter-Ording - ein Haus für durchschnittlich knapp 2.500 Euro pro Quadratmeter. Am günstigsten war es dem Report zufolge mit etwa 1.900 Euro pro Quadratmeter im Landkreis Wesermarsch und in Bremerhaven. "Die Rückgänge auf vielen Nord- und Ostfriesischen Inseln sind Ausdruck einer Marktphase, in der sich Angebot und Nachfrage wieder stärker annähern und sich Preisniveaus entsprechend neu ausrichten", sagte der geschäftsführende Gesellschafter bei Von Poll Immobilien, Daniel Ritter. Die Nachfrage bleibe solide, Käufer achteten heute aber "stärker auf Faktoren wie die gute Lage, Energieeffizienz und nachhaltige Vermietbarkeit". An der deutschen Ostseeküste mit ihren Sandstränden, historischen Badeorten und kleinen Fischerdörfern zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau. So war die teuerste Region mit Immobilienpreisen von durchschnittlich 5.138 Euro pro Quadratmeter (minus 5,7 Prozent) erneut die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern. Danach folgte auf dem Festland die Stadt Rostock mit Quadratmeterpreisen von 4.011 Euro (plus 7,5 Prozent). Auf den Inseln Usedom und Fehmarn in Schleswig-Holstein kostete ein Haus jeweils knapp 3.400 Euro pro Quadratmeter. Die günstigsten Häuser gab es dem Küstenreport zufolge mit durchschnittlich fast 1.500 Euro pro Quadratmeter im Landkreis Vorpommern-Greifswald. An der Ostsee gerieten vor allem hochpreisige Küsten- und Insellagen zunehmend unter Druck, sagte Ritter. Käufer agierten deutlich selektiver und sicherheitsorientierter. "Besonders gefragt sind Lagen mit Perspektive zur dauerhaften Nutzung, während sich klassische Zweitwohnsitzmärkte spürbarer anpassen." © dpa-infocom, dpa:260511-930-62970/1