Datum11.05.2026 06:07
Quellewww.zeit.de
TLDRPutin macht Gespräche mit Selenskyj im Ukrainekrieg möglich, fordert aber Treffen in Moskau und nennt Gerhard Schröder als möglichen Vermittler, was die Bundesregierung als "Scheinangebot" ablehnt. Gleichzeitig beleuchtet der Artikel die Vererbung von Reichtum in Deutschland und die Debatte um eine erneute Vermögensteuer, da Wohlstand oft über Generationen weitergegeben wird.
InhaltWladimir Putin stellt Gespräche mit Wolodymyr Selenskyj in Aussicht und nennt Gerhard Schröder als Vermittler. Wird da was draus? Und: Wie ungleich ist Deutschland? Russlands Präsident Wladimir Putin hat erneut direkte Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über ein mögliches Ende des Kriegs gegen die Ukraine in Aussicht gestellt. Bei einer Pressekonferenz in Moskau sagte Putin, ihm sei mitgeteilt worden, dass Selenskyj zu einem persönlichen Treffen bereit sei. Wer sich mit ihm treffen wolle, müsse dafür nach Moskau kommen. Gespräche in einem Drittland seien erst denkbar, wenn zuvor eine langfristige und belastbare Friedensvereinbarung erzielt worden sei. Zudem brachte Putin den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler zwischen Russland und der EU ins Spiel. Die beiden gelten als enge Freunde. Die Bundesregierung wies den Vorschlag als "Scheinangebot" zurück. Seit Samstag gilt zudem eine von US-Präsident Donald Trump angekündigte dreitägige Waffenruhe, die laut ukrainischen Angaben bereits mehrfach gebrochen wurde. Wie ernst meint Putin sein Gesprächsangebot? Michael Thumann, außenpolitischer Korrespondent der ZEIT, erklärt im Podcast, wer mögliche Verhandlungen begleiten könnte und ob tatsächlich Schröder vermitteln könnte. Der jüngste deutsche Milliardär ist gerade einmal 20 Jahre alt – reich geworden ist er durch ein Erbe. Aktuelle Daten und historische Forschungen zeigen: Viele der größten Familienvermögen in Deutschland stammen noch aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Vermögen und gesellschaftlicher Status werden oft nicht neu erarbeitet, sondern über Generationen weitergegeben. Lange glaubten Ökonomen, Wohlstand werde sich in modernen Gesellschaften immer wieder neu verteilen: Einige steigen auf, andere ab – am Ende gleichen sich Unterschiede aus. Warum scheint das in Deutschland anders zu sein? Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Vermögensteuer eingeführt, um große Vermögen stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen. 1995 wurde die Steuer ausgesetzt. Seitdem wird darüber diskutiert, welche Folgen das für die Ungleichheit im Land hatte und ob Reformen im Steuersystem nötig wären. Wie stark wird Reichtum in Deutschland tatsächlich vererbt? Und welche Ideen gibt es, große Vermögen stärker zu besteuern? Das erklärt im Podcast Johannes Böhme, Redakteur im Ressort X der ZEIT. Seinen Essay zu dem Thema finden Sie hier. Und sonst so? Wein lohnt sich nicht mehr – Winzer pflanzen Oliven. Moderation und Produktion: Hannah Grünewald Mitarbeit: Konstantin Hadži-Vuković, Sophia Boddenberg Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.