Pilotprojekt: Polizei kann jetzt bei Notruf den Standort bestimmen

Datum11.05.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Nordrhein-Westfalen läuft ein Pilotprojekt, das es der Polizei ermöglicht, bei Notrufen automatisch den Standort des Anrufers zu bestimmen. Dank der Advanced Mobile Location-Technologie in Smartphones können Leitstellen die präzisen Standortdaten abrufen, was zu schnelleren Einsätzen bei konkreter Gefahr führt. Dies ist auch bei der Verfolgung von Straftaten durch Zeugen hilfreich, die ihren genauen Ort nicht nennen können. Die Daten werden nach 60 Minuten automatisch gelöscht, um den Datenschutz zu wahren.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Pilotprojekt“. Lesen Sie jetzt „Polizei kann jetzt bei Notruf den Standort bestimmen“. Die Polizei in NRW kann jetzt bei einem Notruf den Standort des Anrufers bestimmen, um schneller helfen zu können. Technische Grundlage ist nach Angaben des zuständigen Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste die sogenannte Advanced Mobile Location-Technologie, die in modernen Smartphones integriert ist. Die Polizeileitstellen in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich nach Angaben des Landesamtes seit kurzem an einem bundesweiten Pilotbetrieb. Bei eingehenden Notrufen können die Leitstellen demnach bei konkreter Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person die Standortdaten des Anrufers abrufen.  Auch bei der Verfolgung von Straftaten könne die automatische Standortübermittlung hilfreich sein, hieß es. "Beobachtet etwa eine Zeugin oder ein Zeuge eine gewalttätige Auseinandersetzung, einen Raub oder einen Einbruch und wählt den Notruf 110, ohne den eigenen Standort genau benennen zu können, kann die Polizei die übermittelten Standortdaten nutzen. So können Einsatzkräfte schneller zum richtigen Ort entsandt werden."  Wählt man mit dem Smartphone den Notruf 110, übermittelt das Gerät während des Rufaufbaus automatisch Standortdaten an einen zentralen Speicherort. Die Disponenten in den Polizeileitstellen können diese Standortdaten bis zu 60 Minuten nach Eingang des Notrufs abrufen, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen. Danach werden die Daten automatisch gelöscht. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wenn jemand in Not ist und nicht weiß, wo er ist, hilft uns das System jetzt, das Handy metergenau zu orten. Unsere Leitstellen schicken die Streifen dann dorthin, wo es brennt und zwar ohne Umwege. Und das alles, ohne den Datenschutz über Bord zu werfen." © dpa-infocom, dpa:260511-930-62853/1