Datum11.05.2026 03:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRSchauspieler Martin Short spricht erstmals über den Suizid seiner 42-jährigen Tochter Katherine. Er möchte psychische Gesundheit entstigmatisieren und betont, dass Suizid die letzte Phase einer Krankheit sein kann. Ähnlich wie bei Krebs sei psychische Krankheit eine Krankheit, und manche seien unheilbar. Short, der auch seine Frau und andere Weggefährten verloren hat, sieht Parallelen zwischen Trauer über Krebs und psychische Erkrankungen. Diese Verluste prägten seine Fähigkeit zu überleben und zu trauern.
InhaltIm Februar beging die 42-jährige Katherine Short Suizid. Nun hat sich ihr Vater, der Schauspieler und Comedian Martin Short, zum ersten Mal dazu geäußert – und das mit einem "tiefen Wunsch" verbunden. Er habe den "tiefen Wunsch", das Thema psychische Gesundheit "aus dem Schatten zu holen", sagt Schauspieler Martin Short, 76. Niemand solle sich schämen, darüber zu sprechen. "Man darf sich nicht vor dem Wort Suizid verstecken, sondern muss akzeptieren, dass dies die letzte Phase einer Krankheit sein kann." Der US-Schauspieler hat sehr persönliche Erfahrungen mit dem Thema gemacht: Im Februar dieses Jahres beging seine Tochter Katherine Short Suizid, sie war 42 Jahre alt. Bei CBS News hat Martin Short nun erstmals darüber gesprochen. Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie – auch anonyme – Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Ihr Tod sei ein "Albtraum für die Familie" gewesen, sagte er dabei. Und zog Parallelen zum Tod seiner Ehefrau Nancy Dolman, die 2010 im Alter von 58 Jahren an Eierstockkrebs gestorben war. "Man muss verstehen, dass psychische Erkrankungen und Krebs, wie im Fall meiner Frau, beides Krankheiten sind, und manche Krankheiten sind unheilbar", sagte Short. "Und meine Tochter hat lange Zeit mit schweren psychischen Problemen gekämpft, einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und anderen Dingen. Und sie hat ihr Bestes getan, bis sie es nicht mehr konnte." Short sprach auch über den Verlust zahlreicher Weggefährten in den vergangenen Monaten, darunter seine Schwägerin; außerdem Freunde wie Diane Keaton , Rob und Michele Reiner und Catherine O'Hara. "Es ist unfassbar", sagte er, "man muss einfach einatmen und ausatmen". Martin Short und Nancy Dolman hatten drei Kinder adoptiert, Katherine Short war das älteste Kind. Sie hielt sich weitgehend aus der Öffentlichkeit fern, nahm jedoch gelegentlich an Veranstaltungen teil und begleitete ihren Vater auf roten Teppichen. Dass Short sich nun öffentlich über ihren Tod äußert, dürfte auch mit einer neuen Dokumentation über sein Leben zusammenhängen: Am 12. Mai veröffentlicht Netflix sie unter dem Titel "Marty, das Leben ist kurz" . Dabei soll es auch um Shorts zahlreiche Erfahrungen mit dem Thema Verlust gehen, und zwar schon in jungen Jahren: Sein älterer Bruder David kam bei einem Autounfall ums Leben, als Short zwölf Jahre alt war. Seine Eltern starben, als er noch Teenager war. All das habe dazu geführt, dass er "diese Fähigkeit zum Überleben und zum Umgang mit Trauer" entwickelt habe, sagte Short bei CBS News – ebenso wie den Mut, Künstler zu werden: "Ich glaube, wenn man so etwas durchgemacht hat, ist es wirklich nicht mehr so wichtig, ob das Publikum einen mag."