Neuwahl in Zehdenick: AfD gewinnt erstmals bei Bürgermeisterwahl in Brandenburg

Datum11.05.2026 02:34

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie AfD hat mit René Stadtkewitz erstmals einen hauptamtlichen Bürgermeister in Brandenburg gewonnen. Stadtkewitz siegte bei einer Neuwahl in Zehdenick mit 58,4 Prozent der Stimmen. Zuvor war der bisherige Bürgermeister abgewählt worden. Die AfD sieht darin ein erstes Zeichen für ihre Stärke in Brandenburg.

InhaltDie AfD spricht von einem "Vorgeschmack auf das, was in Brandenburg noch kommen wird": Ihr Kandidat René Stadtkewitz ist der erste direkt gewählte hauptamtliche AfD-Bürgermeister in dem Bundesland. Erstmals ist ein AfD-Kandidat zum hauptamtlichen Bürgermeister einer Stadt in Brandenburg gewählt worden. Bei einer Neuwahl in Zehdenick nördlich von Berlin im Kreis Oberhavel setzte sich René Stadtkewitz mit 58,4 Prozent der Stimmen durch. Stadtkewitz ist damit der erste direkt gewählte hauptamtliche AfD-Bürgermeister in Brandenburg. Im Land gab es zwar mit Arne Raue schon einen hauptamtlichen Bürgermeister mit AfD-Parteibuch in Jüterbog – dieser war jedoch parteiloser Einzelbewerber, als er 2011 gewählt und 2019 wiedergewählt wurde. Erst im Jahr 2024 trat er in die AfD ein, im Jahr 2025 wechselte er in den Bundestag. Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Die Mitbewerber von Stadtkewitz um das Bürgermeisteramt bekamen weit weniger Stimmen: Der FDP-Kandidat Stephan von Hundelshausen kam auf 28,6 Prozent, der parteilose Einzelbewerber Wolf-Gernot Richardt auf 7,8 Prozent und Dennis Latzke von der Partei des Fortschritts auf 5,2 Prozent (alle Wahlergebnisse hier  im Überblick). Stadtkewitz war früher CDU-Abgeordneter in Berlin und brach 2010 mit den Christdemokraten. Er gründete die Partei Die Freiheit, deren Bundesvorsitzender er bis 2013 war. 2024 wurde er AfD-Mitglied. Der vorherige Bürgermeister von Zehdenick, Alexander Kretzschmar, war mit einer großen Mehrheit abgewählt worden. Der Hintergrund: Der parteilose Einzelkandidat hatte sich elf Tage nach seiner Amtseinführung im vergangenen Jahr krankgemeldet – und das blieb so. Die Amtsgeschäfte führt seitdem der stellvertretende Bürgermeister Marco Kalmutzke. Bei einer Stichwahl im März vergangenen Jahres für den Bürgermeisterposten war Stadtkewitz gegen Kretzschmar angetreten und ihm dabei unterlegen: Kretzschmar kam auf 63 Prozent, Stadtkewitz auf 37 Prozent. Der AfD-Landesvorsitzende René Springer bewertete den Wahlsieg als "unmissverständliches Signal": Das Ergebnis in Zehdenick sei ein "Vorgeschmack auf das, was in Brandenburg noch kommen wird: Immer mehr Bürgermeister und Landräte von der AfD", heißt es in einer Mitteilung . Die FDP sprach von einem "Achtungserfolg" ihres Kandidaten. Der Wahlsieg der AfD trübe die Stimmung jedoch, sagte  der Landesvorsitzende Zyon Braun. "Nun hat der Protest gesiegt, und es bleibt offen, wohin sich Zehdenick entwickeln wird."