Datum10.05.2026 23:44
Quellewww.spiegel.de
TLDRRussland erwartet die baldige Ankunft von US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner zur Verhandlung über das Ende des Krieges in der Ukraine. Der Kreml hofft auf Wiederaufnahme der Gespräche nach einer dreitägigen Waffenruhe. Moskau fordert den Abzug ukrainischer Streitkräfte aus dem Donbass, was Kyjiw ablehnt. Beide Seiten melden Waffenruhe-Verstöße, wobei die Lage insgesamt ruhiger ist.
InhaltDie US-Unterhändler werden bald in Russland eintreffen, um weiter über das Ende des Krieges mit der Ukraine zu verhandeln, heißt es aus dem Kreml. Kyjiw lehnt Moskaus Bedingungen bisher ab. Der Kreml erwartet nach einer dreitägigen Waffenruhe nun, dass auch zeitnah die Verhandlungen über ein Kriegsende in der Ukraine wiederaufgenommen werden. "Schon ziemlich bald" kämen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, zu Gesprächen nach Moskau. Das sagte der für die Verhandlungen zuständige Kremlbeauftragte Jurij Uschakow dem russischen Staatsfernsehen. Ein Datum nannte er nicht. Uschakow erklärte, durch "nicht einfache" telefonische Kontakte mit der US-Seite sei die dreitägige Waffenruhe zwischen Moskau und Kyjiw erreicht worden. Witkoff und Kushner hatten mehrfach die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien geführt. Ein Durchbruch blieb allerdings aus. Der Kremlberater machte deutlich, dass Russland zur Beendigung des Krieges bereit sei, wenn die Ukraine ihre Streitkräfte aus dem Donbass abziehe. "Sie wissen in der Ukraine, dass sie das tun müssen – und sie werden es früher oder später ohnehin machen", meinte Uschakow. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte diese Bedingung Moskaus stets kategorisch abgelehnt. Dabei geht es vor allem um das Gebiet Donezk, das Russland größtenteils besetzt hat. Moskaus Truppen gelingt es bisher nicht, in die für Kyjiw strategisch wichtigen Städte wie Kramatorsk und Slowjansk vorzudringen. Selenskyj weist die Kreml-Forderung zurück, die Städte kampflos aufzugeben. Zu der am Freitag von Trump verkündeten dreitägigen Waffenruhe melden die Kriegsparteien auch am Sonntag massenhafte Verstöße. Allerdings betonen Militärbeobachter, dass die Lage insgesamt deutlich ruhiger sei. Vor allem blieben die sonst üblichen Angriffe auf Energieanlagen tief im Hinterland aus. Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar. Das russische Verteidigungsministerium behauptete am Sonntag, es habe bisher mehr als 16.000 Verstöße gegen die Waffenruhe gegeben. Dazu zählen auch einzelne Schüsse. Zudem seien 57 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Der ukrainische Generalstab sprach hingegen von mehr als 150 Angriffen von russischer Seite. Kyjiws Luftstreitkräfte zählten 27 Attacken mit russischen Drohnen, die abgeschossen worden seien. In Charkiw im Osten der Ukraine schlug laut Behörde eine Drohne in einem Wohnblock ein. Es habe fünf Verletzte gegeben, darunter zwei Kinder, hieß es. In Moskau kursieren Gerüchte über einen möglichen Umsturz. Der Ex-Verteidigungsminister Sergej Schoigu soll eine Rolle spielen. Doch im Machtapparat gilt er als isoliert – und als nützliche Ablenkung. Lesen Sie hier die ganze Kolumne .