Datum10.05.2026 23:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRInfluencer Arda Saatçi absolvierte einen 600 km Lauf durch die Wüste nach Los Angeles. Er brach in Tränen aus, da er seine Zielzeit von 96 Stunden verpasste, doch lief weiter, um mit seiner Mutter ein Eis zu essen. Über zwei Millionen Menschen verfolgten seinen Lauf live. Der Lauf steigerte seine Followerzahlen erheblich.
InhaltOhne Pause übertrug der Influencer Arda Saatçi seinen 600-Kilometer-Lauf durch die USA. Über zwei Millionen fieberten zeitgleich mit. Weil er seine Zielzeit nicht schaffte, brach der 28-Jährige in Tränen aus. "Ich laufe über 600 Kilometer. Das sind mehr als 14 Marathons, in unter 96 Stunden", verkündete der Influencer und Ultra-Marathon-Läufer Arda Saatçi im April in einem Video auf Instagram . Seine Route: Von Badwater, dem tiefsten Punkt Nordamerikas, durch die Wüste des Death Valley bis nach Los Angeles zum Santa Monica Pier. Am späten Sonntagabend deutscher Zeit erreichte Saatçi sein Ziel, allerdings verfehlte er seine Zielmarke von 96 Stunden. In seinem Livestream sah man die Tage zuvor, wie die Hitze der Wüste und die 6000 Höhenmeter seinen Lauf erschwerten. Saatçi sorgte immer wieder in den vergangenen Jahren mit seinen Ultra-Läufen für Aufsehen. Der 28-Jährige lief vor zwei Jahren in 74 Tagen über 3000 Kilometer von Berlin nach New York, unterbrochen von einem Ermüdungsbruch im Bein. Im vergangenen Jahr joggte er die gesamte Länge Japans hinab, 3028 Kilometer in 43 Tagen. Die Videos dieser Läufe werden seit Jahren hunderttausendfach geklickt. Der SPIEGEL begleitete Saatçi in den Wochen vor seinem 600-Kilometer-Lauf durch dessen Vorbereitung aus strengen Routinen. Was die junge Generation an ihm findet und wer der Mann ist, der einer der erfolgreichsten Sportler der Welt werden will, lesen Sie in diesem Porträt. Neben Saatçis-Team begleiteten den 600-Kilometer-Lauf rund um die Uhr joggende Kameraleute, Trainer, Ärzte und Assistenten auf Fahrrädern und in Trucks, Drohnen und ein Wohnmobil zum Schlafen. Kommentatoren und viele deutsche Social-Media-Stars schalteten sich immer wieder in den Livestream dazu, um das Publikum zu unterhalten. Auf Saatçi war in dieser Zeit unentwegt eine Kamera gerichtet – selbst wenn dieser sich kurzzeitig zum Schlafen zurückzog. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Was, wenn das nicht klappt? Diese Frage stellte der SPIEGEL Saatçi eine Woche vor seinem Start. "Diese Option gibt es für mich nicht", sagte er damals. Am Ende scheiterte der Läufer an der Zeit. Als die 96 Stunden abliefen, stand Saatçi noch bei unter 500 Kilometern. Unter Tränen sprach er in diesem Moment in die Kamera: "Ich hoffe, ich habe euch nicht enttäuscht". Jetzt habe er am Santa Monica Pier sein wollen. Dort würde seine Mutter auf ihn warten. Zum Muttertag habe er ihr versprochen, dass sie gemeinsam ein Eis essen. Deshalb laufe er weiter, auch wenn er seine Zeitmarke nicht erreicht habe. Kommerziell hat sich dieser Lauf für Saatçi in jedem Fall gelohnt. Allein auf Instagram stieg die Anzahl seiner Follower während seines Wegs durch die Wüste von 1,3 auf über 2 Millionen. Den Livestream seines 600-Kilometer-Laufs verfolgten in den vergangenen Tagen zeitweise über zwei Millionen Menschen auf YouTube und Twitch – auch dort gewann er über 500.000 Follower hinzu. Vor allem junge Menschen posteten auf Instagram Videos, in denen sie teilten, wie sehr es sie motiviere, Saatçi bei seinem Lauf zu verfolgen. Das Wort "Vorbild" konnte man in sämtlichen Kommentarspalten lesen. Die letzten Meter rannte er lächelnd, begleitet von vielen Fans durch Los Angeles. An der Ziellinie fiel er weinend seiner Mutter in die Arme.