Drohnen-Vorfall in Lettland: Verteidigungsminister Andris Spruds legt Amt nieder

Datum10.05.2026 22:26

Quellewww.spiegel.de

TLDRLettlands Verteidigungsminister Andris Spruds ist nach dem Eindringen zweier Drohnen in den lettischen Luftraum zurückgetreten. Ministerpräsidentin Evika Silina warf ihm vor, keinen sicheren Luftraum gewährleistet zu haben, da die Anti-Drohnen-Systeme nicht schnell genug reagierten. Die ukrainische Seite gab an, die Drohnen seien von russischer elektronischer Kriegsführung fehlgeleitet worden. Nach mehreren Vorfällen mit fehlgeleiteten Drohnen fordert Lettland gemeinsam mit Litauen eine Verstärkung der Nato-Luftabwehr.

InhaltWeil zwei Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen konnten, hat der Verteidigungsminister Andris Spruds sein Amt niedergelegt. Die Ministerpräsidentin wirft ihm vor, nicht für einen sicheren Luftraum gesorgt zu haben. Lettlands Verteidigungsminister Andris Spruds hat seinen Rücktritt bekannt gegeben, nachdem zwei Drohnen in den Luftraum des baltischen Nato-Landes eingedrungen waren. Regierungschefin Evika Silina hatte den Minister kurz zuvor zum Rücktritt aufgefordert. Spruds habe ihr Vertrauen und das der Öffentlichkeit verloren, schrieb sie auf der Plattform X . Die Anti-Drohnen-Systeme Lettlands seien nicht schnell genug eingesetzt worden. In Lettland waren in der Nacht zum Donnerstag zwei Drohnen abgestürzt, die nach Militärangaben von Russland aus in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes geflogen waren. Eine Drohne stürzte in der Stadt Rēzekne im Osten Lettlands auf ein Öllager ab, rund 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Tanks waren leer, es gab keine Verletzten oder Toten. Polizei und Feuerwehr hatten erklärt, vier leere Öltanks auf einer Lagerfläche seien beschädigt worden. Es seien Trümmer ‌einer Drohne gefunden und ein ​Schwelbrand gelöscht worden. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hatte auf der Plattform X ⁠geschrieben , ⁠die Drohnen seien ukrainisch gewesen. Sie seien nach Lettland geflogen, weil die russische elektronische Kriegsführung sie von ihren eigentlichen Zielen ‌in Russland abgelenkt habe. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "Der Drohnenvorfall dieser Woche hat deutlich gezeigt, dass die politische Führung des Verteidigungssektors ihr Versprechen eines sicheren Luftraums über unserem Land nicht eingelöst hat", schrieb Ministerpräsidentin Silina. Spruds stand bereits nach zwei vorangegangenen Drohnenvorfällen in der Kritik. Zum neuen Verteidigungsminister ernannte die Regierungschefin den Militäroberst Raivis Melnis. Lettland und Litauen hatten am ‌Donnerstag die Nato aufgefordert, die Luftabwehr in ihrer Region zu verstärken. Bereits ‌Ende März waren offensichtlich fehlgeleitete ukrainische Drohnen in ‌Lettland, ​Estland und Litauen niedergegangen. Die drei baltischen Nato-Staaten haben ihre Staatsgebiete und ihren Luftraum nach ​eigenen Angaben ⁠nicht für Drohnenangriffe auf russische Ziele ​zur ​Verfügung gestellt.