Datum10.05.2026 18:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRMehrere Schwimmbäder in NRW erlauben Kindern den Eintritt nur noch mit Schwimmabzeichen oder Aufsichtsperson. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken und die Vermeidung von Haftungsrisiken. Die Verantwortlichen möchten damit verhindern, dass Kinder, die nicht sicher schwimmen können, in Not geraten. Diese Regelung betrifft Kinder unter einem bestimmten Alter, wie beispielsweise unter 16 Jahren in Verl. Die Bäder bieten auch Prüfungen für die Schwimmabzeichen an.
InhaltFünf Badebetriebe in NRW haben mit Beginn dieser Freibad-Saison den Zugang für Kinder verboten, die ohne Aufsichtsperson kommen und kein Bronzeabzeichen nachweisen können. Es geht um Sicherheit – und rechtliche Verantwortung. Als am 30. April in der Stadt Verl (NRW) die Freibadsaison begann, öffneten sich die Tore nicht mehr für jeden: Kinder unter 16 Jahre, die ihre Schwimmfähigkeit nicht mindestens durch das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze nachweisen können, kommen ohne Aufsichtsperson nicht mehr hinein. "Sicher schwimmen zu können", heißt es dazu in einer Presseerklärung der Stadt, "ist die Grundlage für unbeschwerten Spaß im Wasser." Die bereits vor zwei Wochen veröffentlichte Regel macht die Runde, seit der WDR vor einer Woche das Thema aufgriff . Der leitende Schwimmmeister Björn Jann ist seitdem aus Funk und Fernsehen bekannt und ein vielzitierter Mann: "Die Sicherheit steht bei uns immer im Mittelpunkt. Wir beobachten in den letzten Jahren jedoch leider immer öfter, dass grundlegende Schwimmfähigkeiten nicht bei allen jungen Badegästen selbstverständlich sind", erklärt er die Motivation der Stadt. Und legte im WDR-Interview noch einmal deutlicher nach: "Wer nicht schwimmen kann und trotzdem ins Freibad geht, der kann im Extremfall sterben. Wir wollen nicht erst warten, bis jemand ertrinkt." Was immer wieder geschieht. Vor allem, wenn es voll wird in den Becken, ist es kaum möglich, immer zu bemerken, wenn ein Kind in Not gerät. Im westfälischen Hagen starben in den letzten zwei Jahren zwei Kinder von fünf und sieben Jahren – im Nichtschwimmerbecken. Auch die Stadt in der Nähe von Dortmund hat deshalb in dieser Saison ihre Regeln verschärft. Nicht nur im Hallenbad, auch in den zwei Freibädern der Stadt gilt jetzt für Kinder unter zehn Jahren: Zutritt nur mit Aufsichtsperson von mindestens 16 Jahren Alter. Und unter 14 Jahren auch nur dann, wenn das Bronzeabzeichen vorgelegt werden kann. Man müsse die Eltern und auch die Kinder stärker sensibilisieren und noch deutlicher auf die Gefahren hinweisen, damit solche schlimmen Unfälle wie in der Vergangenheit nicht passieren, erklärte dazu eine Pressesprecherin der Stadt. Ähnliche Regeln gelten prinzipiell auch im Hallenbad Werkum (zurzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen) in Wachtberg. Dort heißt es in der Badeordnung:"Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres dürfen das Hallenbad nur in Begleitung Erwachsener und unter deren Verantwortung benutzen. Kinder, welche das siebte Lebensjahr vollendet haben, dürfen, sofern sie im Besitz des Deutschen Schwimmabzeichens in Bronze sind, das Schwimmbad auch ohne erwachsene Begleitperson nutzen." Das aber ist Bedingung – und könnte einen Trend einleiten: Den Zugang nur mit Begleitperson zu erlauben, minimiert nicht nur das Risiko für das Kind, sondern verschiebt auch die Haftungsfrage im Unglücksfall. Alle Bäder, die solche oder ähnliche Regeln bisher eingeführt haben, bieten auch die entsprechenden Prüfungen zur Erlangung der geforderten Schwimmabzeichen an – manche gegen eine Gebühr von fünf Euro, manche kostenfrei.