Datum10.05.2026 13:54
Quellewww.zeit.de
TLDRTrotz deutlicher Wahlniederlagen und Forderungen aus den eigenen Reihen lehnt Premierminister Keir Starmer einen Rücktritt ab. Er bezeichnet seine Regierung als "Zehn-Jahres-Projekt der Erneuerung" und plant, die Labour-Partei bis mindestens 2029 zu führen. Vor den Wahlen hatte bereits sinkendes Wirtschaftswachstum und steigende Lebenshaltungskosten für Druck gesorgt. Starmer will gegen interne Herausforderer antreten und betont die Notwendigkeit von Stabilität, während einige Abgeordnete bereits einen Führungswechsel fordern.
InhaltTrotz klarer Wahlniederlage will der britische Premier mindestens bis 2029 im Amt bleiben. Seine Regierung sei ein "Zehn-Jahres-Projekt der Erneuerung", sagte Starmer. Nach der deutlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunalwahlen denkt Großbritanniens Premierminister Keir Starmer weiter nicht an einen Rücktritt. In einem Interview mit der Zeitung The Observer antwortete Starmer auf die Frage, ob er seine Partei in die nächste Parlamentswahl führen und eine zweite Amtszeit regieren wolle: "Ja, das werde ich." Seine Regierung bezeichnete er als ein "Zehn-Jahres-Projekt der Erneuerung". Nach den schlechten Wahlergebnissen für Labour bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien wird spekuliert, ob Starmer als Regierungschef abgelöst werden könnte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, haben mehrere Abgeordnete seinen Rücktritt gefordert. Starmer sagte, er werde gegen jeden antreten, der versuchen sollte, seinen Platz als Parteichef einzunehmen. "Ich werde nicht von dem Job zurücktreten, für den ich im Juli 2024 ausgewählt worden bin", sagte er. Er werde das Land "nicht ins Chaos stürzen". Starmer stand schon vor den desaströsen Wahlen, aus denen vor allem die rechtspopulistische Partei Reform UK von Nigel Farage als Gewinner hervorgegangen war, unter Druck. Sinkendes Wirtschaftswachstum und gleichzeitig steigende Lebenshaltungskosten, gescheiterte Reformen und Skandale wie der um den britischen US-Botschafter Peter Mandelson ließen die Unzufriedenheit mit Starmer steigen. Unter anderem die Abgeordnete Catherine West rief ihre Labour-Kollegen am Wochenende dazu auf, bis Montag eine Nachfolgerin für Starmer vorzuschlagen. Ansonsten könne sie sich vorstellen, selbst einen Führungswechsel anzustoßen, sagte sie der BBC. Mit der Entscheidung wolle sie aber bis zu einer Rede Starmers am Montag warten. Für einen Führungswechsel bräuchte West mindestens 81 Abgeordnete (20 Prozent), welche ihren Antrag unterstützen. West sagte, sie sei sich derzeit der Unterstützung von zehn ihrer Parteikollegen sicher. 30 Abgeordnete der Labour-Partei hatten bereits öffentlich einen Rücktritt Starmers gefordert. Dieser versucht unter dem Wahlschock, das Vertrauen in seine Regierung zurückzugewinnen. Dazu berief er unter anderem den ehemaligen Premierminister Gordon Brown in die Regierung. Doch auch dafür erhielt er Kritik aus den eigenen Reihen. Sollte Starmer in den nächsten Wochen tatsächlich zurücktreten, würde Großbritannien seinen siebten Premierminister innerhalb von 10 Jahren wählen.