Alkohol: Ärzteverband will Verkauf von Schnaps in lizenzierten Geschäften

Datum10.05.2026 13:55

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Marburger Bund fordert, den Verkauf von Schnaps auf lizenzierte Fachgeschäfte zu beschränken, um den Alkoholkonsum, insbesondere bei Jugendlichen, zu reduzieren. Supermärkte sollen keinen hochprozentigen Alkohol mehr anbieten. Der Verband plädiert zudem für die Abschaffung der Ausnahme für begleitetes Trinken bei Minderjährigen und unterstützt strengere Altersgrenzen sowie Verkaufsregeln, die sich international bewährt haben. Eine bundesweite Präventionsstrategie mit Aufklärung, Stärkung der Suchtprävention in Schulen und Ausbau von Beratungsangeboten wird ebenfalls gefordert.

InhaltSupermärkte sollten laut Marburger Bund keinen hochprozentigen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Schnaps sollte nur noch in lizenzierten Verkaufsstellen erhältlich sein. Der Ärzteverband Marburger Bund hat strengere Regeln beim Zugang zu Alkohol gefordert. "Der Verkauf hochprozentiger alkoholischer Getränke soll ausschließlich in lizenzierten, spezialisierten Verkaufsstellen ("Alkoholshops") erfolgen", teilte der Verband auf seiner Hauptversammlung in Hannover mit. Supermärkte, Tankstellen und Kioske sollten demnach keinen hochprozentigen Alkohol mehr anbieten dürfen. Als Grund nannte der Ärzteverband, dass Alkoholkonsum zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken in Deutschland gehöre. Besonders junge Menschen müssten besser geschützt werden. Laut dem Marburger Bund erhöhen früh etablierte Konsumgüter nachweislich das Risiko für spätere Abhängigkeitserkrankungen sowie gesundheitliche und soziale Folgeschäden. Der Ärzteverband unterstützt auch die Gesetzespläne des Bundesfamilienministeriums, das sogenannte begleitete Trinken für Jugendliche ab 14 Jahren abzuschaffen. Damit soll eine Ausnahmeregelung gestrichen werden, die den Kauf und Konsum von Bier, Wein und Sekt in Begleitung einer sorgeberechtigten Person auch mit 14 oder 15 Jahren erlaubt. Laut dem Ärzteverband zeigen internationale Studien, dass höhere Altersgrenzen und strengere Verkaufsregeln den Alkoholkonsum signifikant senken. Insbesondere Jugendliche würden dadurch besser geschützt. Zudem spricht sich der Marburger Bund für eine bundesweite Präventionsstrategie aus – mit folgenden Elementen: Aufklärungskampagnen, die Stärkung der Suchtprävention in Schulen, den Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote und die Förderung wissenschaftlicher Forschung.