Wolfgang Grupp: Trigema-Patriarch mahnt unternehmerische Eigenverantwortung an

Datum10.05.2026 09:17

Quellewww.spiegel.de

TLDRTrigema-Patriarch Wolfgang Grupp mahnt unternehmerische Eigenverantwortung an. Statt auf politische Hilfe zu warten, sollten Unternehmer Krisen selbst lösen, auch durch volle Produktion und Einlagerung. Grupp betont, dass Schwankungen zum Geschäft gehören und er stets auf volle Produktion setzte, um Mitarbeiter auszulasten und für bessere Zeiten gerüstet zu sein. Er warnt zugleich vor Übermut in Boomphasen.

InhaltDer frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp will nicht auf die Politik warten. Unternehmer müssten ihre Probleme selbst lösen – auch in Krisenzeiten. Seine Strategie: volle Produktion, notfalls auf Lager. Die Energiepreise steigen, die Wirtschaft kriselt, und große Reformen lassen auf sich warten: Die Stimmung unter deutschen Unternehmern war schon mal besser. Der frühere Trigema Chef Wolfgang Grupp, 84, will die Sache jedoch selbst in die Hand nehmen, statt auf Hilfe aus der Politik zu warten. Unternehmer müssten ihre Probleme selbst lösen – auch in Krisenzeiten, sagt Grupp in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Wenn ich warten muss, bis die Politik mir den Weg ebnet, dann bin ich längst pleite". Schwankungen gehörten zum Geschäftsleben dazu: "Das hat es immer gegeben", sagt Grupp. "Es gab immer Höhen und Tiefen." Auch aktuell spüre sein Unternehmen eine Konsumflaute, "da verkaufen wir weniger, klar". Nach einem Suizidversuch im vergangenen Jahr arbeitet Ex-Trigema-Chef Grupp wieder als Berater im Familienunternehmen mit. Der 84-Jährige unterstütze die Geschäftsführung aus Sohn Wolfgang Grupp junior und Tochter Bonita Grupp: "Wir haben das Glück, mit ihm den Unternehmensberater im eigenen Haus zu haben", sagte sein Sohn damals der "Augsburger Allgemeinen". Der Vater sitze weiterhin an seinem Schreibtisch im Großraumbüro der Firmenzentrale in Burladingen. Trigema ist ein Hersteller von Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung und wirbt damit, zu hundert Prozent in Deutschland zu produzieren. Grupp senior hatte den Textilhersteller 1969 von seinem Vater übernommen. Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie – auch anonyme – Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Die Trigema-Strategie in der Krise: volle Produktion – auch auf Risiko und damit auf Lager. "Ich sehe nicht ein, dass wir Löhne bezahlen und die Mitarbeiter nicht ausgelastet sind", sagt Grupp senior. Deshalb habe er auch in schwachen Phasen stets voll produziert, notfalls auf Lager. "Dann sind wir in guten Zeiten froh, dass wir auf ein volles Lager zurückgreifen können." Ein Zurückfahren der Produktion komme für ihn nicht infrage: Fixkosten liefen weiter, und ohne Lager fehle die Ware für bessere Zeiten. "Bei uns gab es 55 Jahre immer volle Produktion", sagt Grupp. Mitarbeiter hätten Krisen dadurch oft gar nicht gespürt. Zugleich warnt er vor Übermut in Boomphasen. Entscheidend sei, in guten Zeiten nicht "größenwahnsinnig" zu werden und Kapazitäten aufzubauen, die sich später nicht auslasten lassen. Der versprochene Aufschwung verschoben, die Prognosen düster, Ökonomen sind alarmiert: Welche Maßnahmen die Bundesregierung jetzt dringend umsetzen muss, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, lesen Sie hier .