Virus-Fälle an Bord: Kreuzfahrtschiff »Hondius« soll am frühen Morgen Teneriffa erreichen

Datum10.05.2026 04:53

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Kreuzfahrtschiff "Hondius" mit Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die aufgrund eines Hantavirus-Ausbruchs als Hochrisikokontakte gelten, soll Teneriffa erreichen. Die Ausschiffung in Granadilla ist geplant, anschließend werden die Personen in ihre Heimatländer ausgeflogen. Ursprünglich sollte das Schiff im Hafen anlegen, wird aber nun vor der Insel ankern. Mehrere Verdachtsfälle wurden als Infektion mit dem Andes-Virusstamm bestätigt, darunter ein Todesfall einer Deutschen. Der WHO-Chef überwacht die Evakuierung.

InhaltAlle Passagiere und einige Besatzungsmitglieder sollen im Hafen von Granadilla mit Booten an Land gebracht werden. Dann werden sie in ihre Heimatländer ausgeflogen. Das von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff Hondius soll heute vor der Kanareninsel Teneriffa eintreffen. Wie der Veranstalter Oceanwide Expeditions mitteilte, wurde das Schiff gegen 5.30 Uhr (Ortszeit; 6.30 MESZ) im Hafen von Granadilla erwartet. Alle Passagiere sowie einige Besatzungsmitglieder sollten demnach ab etwa 8.00 Uhr (Ortszeit; 9.00 Uhr MESZ) mit Booten an Land gebracht werden. Nach der Ausschiffung sollten die Betroffenen "unverzüglich zu den ihnen zugewiesenen Flugzeugen gebracht werden", hieß es weiter. Anschließend werden sie in ihre Heimatländer ausgeflogen. Auf Drängen der örtlichen Behörden soll die Hondius aus Sicherheitsgründen nicht in den kleinen Industriehafen Granadilla de Abona einlaufen, sondern vor der Insel ankern. Ein Teil der Besatzung soll den Angaben zufolge an Bord bleiben und später mit dem Schiff in die Niederlande fahren. "Spanien ist bereit und vorbereitet", sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Ghebreyesus, bei einer Pressekonferenz im Hafen von Granadilla. Der WHO-Chef war am Samstag auf die Kanareninsel gereist, wo er die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes beaufsichtigen soll. Auch wenn keiner der Menschen an Bord des Schiffes derzeit Symptome hat, gelten sie aufgrund der langen Inkubationszeit des Hantavirus' als "Hochrisikokontakte". Laut WHO wurde mittlerweile in sechs von acht Verdachtsfällen eine Infektion mit dem von Mensch zu Mensch übertragbaren Andes-Virusstamm bestätigt. Drei Menschen sind bisher an dem Virus gestorben, darunter eine Deutsche.