Datum10.05.2026 04:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bundesärztekammer warnt vor im Internet verbreiteten Deepfakes, mit denen Ärzte für dubiose Produkte und Therapien werben. Präsident Reinhardt äußert große Sorge über diese manipulierten Videos und Bilder, die oft gesundheitsgefährdende Falschinformationen verbreiten. Er fordert Aufklärungskampagnen, um Patienten zu sensibilisieren und Missbrauch zu verhindern. Angesprochen werden insbesondere vulnerable Gruppen. Ärztinnen und Ärzten drohen rechtliche Konsequenzen, wenn sie online für solche Mittel werben.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Digital“. Lesen Sie jetzt „Manipulierte Internet-Videos auch von Ärzten“. Die Bundesärztekammer warnt vor Identitätsklau und gefälschten Darstellungen von Ärztinnen und Ärzten im Internet auch mit Hilfe künstlicher Intelligenz. "Wir sehen die zunehmende Verbreitung von Deepfakes im medizinischen Kontext mit großer Sorge", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur vor dem Deutschen Ärztetag in der nächsten Woche in Hannover. Mit manipulierten Bildern oder Videos würden Ärztinnen und Ärzten Aussagen in den Mund gelegt, mit denen dubiose Produkte und Therapien vermarktet und eine angeblich heilende Wirkung angepriesen werden sollen. "Diese Anwendungen und Präparate sind oft nicht nur unnütz und teuer, sondern können im schlimmsten Fall die Gesundheit gefährden – und das vermeintlich auf ärztlichen Rat", sagte Reinhardt. Besonders problematisch sei eine Ansprache etwa von chronisch Kranken, Älteren, Kindern und Jugendlichen. Reinhardt forderte gezielte Aufklärungskampagnen insbesondere in sozialen Netzwerken, damit Patienten Deepfakes und Falschinformationen besser erkennen. "Bereits ein stark werblicher, anpreisender Ton kann ein erster Hinweis auf unseriöse Inhalte sein." Skepsis angebracht sei auch, wenn vermeintliche Ärztinnen oder Ärzte online für Therapien und Präparate werben, da ihnen in Deutschland entsprechende Werbung untersagt sei. Wie Reinhardt sagte, klärt die Bundesärztekammer Ärztinnen und Ärzte über mögliche rechtliche Schritte auf, um der Verbreitung gesundheitsschädlicher Desinformationen im Internet entgegenzuwirken. © dpa-infocom, dpa:260510-930-59012/1