Frauenmorde: Regierung will Strafrecht bei Femiziden verschärfen

Datum09.05.2026 23:25

Quellewww.zeit.de

TLDRBundesjustizministerin Stefanie Hubig will das Strafrecht verschärfen, um Femizide besser zu erfassen. Konkret soll der Mordparagraph erweitert werden, damit Tötungen aus geschlechtsspezifischen Motiven, insbesondere weil das Opfer eine Frau ist, als Mord und nicht nur als Totschlag gewertet werden. Ziel ist eine lebenslange Freiheitsstrafe für Täter, da beim Totschlag nur begrenzte Strafen möglich sind. Femizid bezeichnet die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts, häufig durch Partner oder Ex-Partner.

InhaltMorde an Frauen werden häufig nur als Totschlag verurteilt. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will den Mordparagraf erweitern. Damit würde sich das Strafmaß ändern. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will das Strafgesetzbuch mit Blick auf Femizide und geschlechtsspezifische Tötungen präzisieren. Dafür soll der Mordparagraf erweitert werden. Der Bild am Sonntag sagte Hubig: "Wir haben einen guten Weg gefunden, deutlich zu machen: Wer aus der Motivation heraus tötet, nur weil sie eine Frau ist, der soll dann, wenn alle anderen Einzelheiten passen, auch als Mörder verurteilt werden." Zwar könne nach geltendem Recht schon heute die Tötung einer Frau aus Besitzdenken als Mord strafbar sein. Doch in der Rechtsprechung gebe es immer noch diese Entscheidungen: "Na ja, das war Eifersucht. Wenn der eifersüchtig war, war der in Rage. Dann ist er vermindert schuldfähig ,und dann kann man es nur als Totschlag verurteilen." Das will Hubig nun durch eine Klarstellung im Gesetz ändern, sodass auch Tötungen aus geschlechtsspezifischen Motiven als Mord bewertet werden könnten. Damit würde sich auch das Strafmaß ändern. Denn nur bei einer Verurteilung wegen Mordes könne der Täter "eine lebenslange Freiheitsstrafe bekommen", so die Bundesjustizministerin. Beim Totschlag sei nur eine begrenzte Strafe möglich, zum Beispiel auf "zehn, zwölf Jahre, wo dann klar ist, spästestens danach ist auch die Entlassung". Von einem Femizid spricht man, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. In Deutschland wurden 2024 laut Innenministerium 308 Frauen und Mädchen getötet, davon 191 durch Partner, Ex-Partner oder Familienmitglieder.