Datum09.05.2026 18:56
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Person, die über einen Sicherheitszaun kletterte, kollidierte am Denver International Airport mit einem startenden Airbus und wurde teilweise in das Triebwerk gesogen. Der Start musste abgebrochen werden. Die Person starb, und die Identität wird noch ermittelt. Die Maschine wurde evakuiert; einige Passagiere erlitten leichte Verletzungen. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren von Flugzeugtriebwerken.
InhaltDIe Person, die am Flughafen der US-Stadt Denver mit einem startenden Airbus kollidierte, ist tot. Sie gelangte wohl nicht zufällig auf das Rollfeld, wo das Unglück geschah. Es dauerte rund zehn Stunden, bis der Denver International Airport (DIA) die Bestätigung herausgab: Die Person, die gegen 23 Uhr Ortszeit am Freitag (7 Uhr deutsche Zeit am Samstag) auf dem Rollfeld mit einem startenden Airbus 321 kollidierte, ist tot. Die Piloten hatten den Start von Frontier-Flug 4345 von Denver nach Los Angeles abbrechen müssen, nachdem der Mensch, dessen Geschlecht noch nicht bekannt gegeben wurde, offenbar in ein Triebwerk der startenden Maschine gelaufen war. Die Flughafenleitung gab bekannt, die Person sei "zumindest teilweise in die Turbine gesogen" worden. In einer kurzen Erklärung bei X hieß es: Man könne "bestätigen, dass die Person über den Sicherheitszaun geklettert ist und nur zwei Minuten später beim Überqueren der Start- bzw. Landebahn erfasst wurde." Es handele sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht um einen Mitarbeiter des Flughafens; die Identität sei noch nicht festgestellt. Bei dem Unglück fing die Turbine Feuer, Rauch strömte in die Passagierkabine, die schnell evakuiert wurde. Der Brand konnte gelöscht werden, alle 224 Passagiere und sieben Crewmitglieder seien von Rettungskräften sicher evakuiert worden, teilte der Flughafen mit. Lokalen Medien zufolge erlitten etwa ein Dutzend Personen leichte Verletzungen. Fünf Betroffene wurden in Krankenhäusern behandelt. Ob diese Verletzungen während des Bremsmanövers verursacht wurden oder alle durch die Evakuierung über Notrutschen, wurde bisher nicht mitgeteilt. Eine Frau erlitt beim Rutschen offenbar eine Knieverletzung. Dass Menschen durch Flugzeugtriebwerke ums Leben kommen, kommt immer wieder vor. Wenn Passagiere Flugzeuge besteigen, ist gemeinhin die sogenannte "inlet hazard zone", die Gefahrenzone vor und hinter den Triebwerken, mit Bändern abgesperrt. Innerhalb dieser Zone kann der Ansaugdruck der Turbine eines modernen Düsentriebwerks so groß sein, dass man aus mehreren Metern Entfernung hineingesaugt wird. Die Kräfte, die dort wirken, sind gigantisch: Die mächtigen Schaufeln moderner Passagiermaschinen ("Fans") saugen bis zu eineinhalb Tonnen Luft pro Sekunde an. Das Luftvolumen, das dabei bewegt wird, würde reichen, ein olympisches Schwimmbecken zu füllen. Direkt vor und hinter den Triebwerken wirken damit Kräfte, gegen die man sich nicht stemmen kann, wenn man einmal hineingerät. Bisher ist nur ein Fall dokumentiert, in dem ein Mensch ein solches Unglück überlebte: Ein Soldat wurde angesogen und hatte das Glück, dass sein Helm in die Schaufeln der Turbine geriet. Der blockierte diese so abrupt, dass der Luftstrom abriss. Die meisten Unglücke dieser Art betreffen Techniker und Wartungspersonal, die in der Routine ihres Alltagsgeschäfts zu nahe an die Gefahrenzone kommen. Doch auch Passagiere sind betroffen – und Neugierige: 2017 starb eine Flugzeug-Enthusiastin, nachdem sie vom Düsenausstoß eines Passagierflugzeugs erfasst und in eine Betonbarriere geschleudert wurde. Unfälle und Todesfälle mit Flugzeugturbinen sind selten, einzelne Fälle kommen aber so gut wie jedes Jahr vor. Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie – auch anonyme – Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.