Kürzungen im Gesundheitswesen: KBV: Durch Sparpaket weniger Arzttermine in Sachsen-Anhalt

Datum09.05.2026 12:00

Quellewww.zeit.de

TLDRGeplante Kürzungen im Gesundheitswesen könnten laut Kassenärzten in Sachsen-Anhalt zu einem deutlichen Rückgang von Arztterminen führen. Besonders Rheumatologie, Endokrinologie, Neurologie und Radiologie wären betroffen. In diesen Fachbereichen würden erheblich weniger Behandlungen finanziert, was zu Terminengpässen führt. Auch Hausärzte müssten ihre Patientenzahl reduzieren. Bundesweit könnten 2027 rund 46 Millionen Behandlungsfälle wegfallen. Das Sparpaket zielt darauf ab, den Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu stoppen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kürzungen im Gesundheitswesen“. Lesen Sie jetzt „KBV: Durch Sparpaket weniger Arzttermine in Sachsen-Anhalt“. Wegen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen könnten laut den Kassenärzten im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt deutlich weniger Behandlungen stattfinden. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen wären im Land besonders Patienten der Rheumatologie betroffen. Nur 69 Prozent der bisherigen Behandlungen bei den Fachärzten in diesem Bereich wären demnach finanziert, die Anzahl der Termine würde von bisher 1.195 pro Quartal auf 828 sinken. Bei Endokrinologie, Neurologie und Radiologie sind jeweils nur 76 Prozent der bisherigen Fälle abgedeckt. Pro Fachgebiet würden etwa 230 bis 560 Termine pro Arzt und Quartal wegfallen. Ein Hausarzt oder Allgemeinmediziner könnte in Sachsen-Anhalt statt wie aktuell im Schnitt 1.021 Patientinnen und Patienten pro Quartal künftig nur noch 892 versorgen. Zu den Fachgebieten mit dem anteilmäßig geringsten Rückgang zählt ist den Angaben nach die Kinder- und Jugendmedizin. Hier wären pro Arzt statt 1.172 künftig 1.108 Behandlungen pro Quartal finanziert. Bundesweit wären durch die geplanten Sparmaßnahmen 2027 rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert. "Bild" hatte zuerst über ein entsprechendes Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet. Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch durch Bundestag und Bundesrat muss. Es soll den stetigen Anstieg der Krankenkassenbeiträge stoppen, mit dem die steigenden Kosten im System immer wieder aufgefangen wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen mit dem Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdiener und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Bei Ärzten und Kliniken sollen Vergütungsanstiege begrenzt werden. Bei Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen wegfallen. © dpa-infocom, dpa:260509-930-56951/1