Datum09.05.2026 12:00
Quellewww.zeit.de
TLDRMoskau feierte den „Tag des Sieges“ mit einer stark reduzierten Militärparade. Aus Angst vor ukrainischen Angriffen fehlten schwere Waffen, stattdessen wurden Videos gezeigt. Präsident Putin hielt eine kurze Rede, in der er den Sieg im Ukrainekrieg versprach und Russland als Gegenmacht zur NATO darstellte. Er ignorierte dabei die Beteiligung der Sowjetunion am Beginn des Zweiten Weltkriegs. US-Präsident Trump kündigte eine dreitägige Feuerpause im Ukraine-Konflikt an, die von beiden Seiten bestätigt wurde.
InhaltWladimir Putin feiert den Sieg über den Nationalsozialismus und verspricht den Sieg im Ukrainekrieg. Wegen Angst vor Angriffen war es die kleinste Parade seit Jahren. Russland hat mit seiner traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gefeiert. Aus Furcht vor ukrainischen Angriffen war es allerdings die kleinste Parade zum "Tag des Sieges" seit Jahren. Über den Roten Platz rollten diesmal keine Panzer und auch kein anderes schweres Militärgerät. Stattdessen wurden Waffensysteme wie die Interkontinentalrakete Jars, das neue Atom-U-Boot Archangelsk sowie Kampfflugzeuge und Drohnen auf riesigen Bildschirmen präsentiert. Neben russischen Soldaten marschierten auch nordkoreanische Truppen auf, die in der russischen Region Kursk gegen ukrainische Einheiten gekämpft hatten. In einer achtminütigen Rede versprach Präsident Wladimir Putin den Sieg in der Ukraine. Üblicherweise sind diese Reden deutlich länger. Die russischen Soldaten stünden einer aggressiven Streitmacht gegenüber, die vom gesamten Nato-Block bewaffnet würde, sagte Putin. Die russische Führung hatte im Vorfeld der Siegesfeiern erhöhte Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. Zudem wurde das mobile Internet in Moskau weitgehend abgeschaltet. In seiner Rede behauptete Putin auch, dass der Zweite Weltkrieg erst 1941 mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion begonnen habe. Dass der sowjetische Herrscher Josef Stalin mit Adolf Hitler paktierte und bereits 1939 am Krieg beteiligt war, sagte der russische Präsident nicht. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine dreitägige Feuerpause im russischen Krieg gegen die Ukraine angekündigt, die von Samstag bis Montag gelten soll. Die russische und ukrainische Regierung bestätigten die Feuerpause und vereinbarten zudem den Austausch von 1.000 Kriegsgefangenen.