Datum09.05.2026 11:46
Quellewww.zeit.de
TLDRDas geplante Sparpaket im Gesundheitswesen könnte 2025 zu erheblichen Leistungskürzungen in Sachsen führen. Die Kassenärztliche Vereinigung rechnet mit deutlich weniger Arztterminen, besonders in der Hämatologie/Onkologie und bei Hausärzten. Bundesweit fehlen 2027 voraussichtlich Gelder für 46 Millionen Behandlungsfälle. Das Paket soll Krankenkassenbeiträge stoppen und erlastet diese um 16,3 Milliarden Euro bis 2027.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kürzungen im Gesundheitswesen“. Lesen Sie jetzt „KBV: Durch Sparpaket auch in Sachsen weniger Arzttermine“. Wegen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen könnten laut den Kassenärzten im kommenden Jahr in Sachsen deutlich weniger Behandlungen stattfinden. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen wären im Freistaat besonders Patienten der Hämatologie und Onkologie betroffen. Nur 77 Prozent der bisherigen Behandlungen bei den Fachärzten in diesem Bereich wären demnach finanziert, die Anzahl der Termine würde von bisher 885 pro Quartal auf 680 sinken. Die sächsischen Hausärzte und Allgemeinmediziner könnten statt wie aktuell im Schnitt 1.021 Patientinnen und Patienten pro Quartal künftig nur noch 892 versorgen. Mit dem anteilsmäßig geringsten Rückgang ist den Angaben nach bei der Kinder- und Jugendmedizin zu rechnen. Hier wären pro Arzt statt 1.193 künftig 1.129 Behandlungen pro Quartal finanziert. Bundesweit wären durch die geplanten Sparmaßnahmen 2027 rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert. "Bild" hatte zuerst über ein entsprechendes Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet. Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch durch Bundestag und Bundesrat muss. Es soll den stetigen Anstieg der Krankenkassenbeiträge stoppen, mit dem die steigenden Kosten im System immer wieder aufgefangen wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen mit dem Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdiener und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Bei Ärzten und Kliniken sollen Vergütungsanstiege begrenzt werden. Bei Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen wegfallen. © dpa-infocom, dpa:260509-930-56854/1