Datum09.05.2026 11:02
Quellewww.spiegel.de
TLDRUli Hoeneß kritisiert die extrem hohen Ticketpreise für die WM 2026 scharf. Er lehnt die Entwicklung ab, da ein Fußballspiel für jeden Fan erschwinglich bleiben müsse. Er vergleicht die Situation mit dem Super Bowl, wo Tickets astronomische Summen kosten. Die FIFA verteidigt die Preise als marktgerecht. Auch Donald Trump hatte zuvor die Ticketkosten beanstandet. Hoeneß hebt hervor, dass beim FC Bayern neben VIP-Angeboten auch erschwingliche Jahreskarten existieren.
InhaltErst Donald Trump, jetzt Uli Hoeneß: Die Kritik an den hohen Kosten der Fußballfans für WM-Tickets reißt nicht ab. Bayerns Ehrenpräsident lehnt die Preisentwicklung ab: "Ein Fußballspiel muss immer möglich sein." Auch Uli Hoeneß hat die Eintrittspreis-Politik des Fußball-Weltverbands bei der anstehenden WM im Sommer kritisiert. "Was bei der Fifa gerade passiert mit den Preisen für die Weltmeisterschaft in den USA, das lehne ich total ab. Das hat nichts mehr mit dem Fußballgeschäft zu tun, wie ich es mir wünsche", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" . Für Hoeneß besonders wichtig: "Das WM-Endspiel darf nicht wie der Super Bowl werden." Er habe kürzlich jemanden getroffen, der in der Loge eines Milliardärs das NFL-Endspiel im American Football verfolgte, sagte Hoeneß: "Die Loge hat für den einen Tag 1,5 Millionen Dollar gekostet. Für 20 Leute. Also 75.000 Dollar pro Person. Teilweise haben die das Spiel gar nicht angeschaut. Und das Wichtigste war natürlich die Halbzeitshow." Der Weltverband steht seit Längerem in der Kritik wegen der Ticketpreise. Auf einer Wiederverkaufsseite des Weltverbands waren zuletzt vier Tickets für das WM-Finale für je fast 2,3 Millionen Dollar angeboten worden. Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte die Preispolitik jüngst als marktgerecht verteidigt. "Tatsächlich landen die Tickets – auch wenn manche behaupten, unsere Preise seien hoch – letztlich auf dem Zweitmarkt zu einem noch höheren Preis, der mehr als das Doppelte unseres ursprünglichen Preises beträgt", sagte der Schweizer. Kritik an den Ticketpreisen hatte zuletzt auch Donald Trump geübt. In einem Interview der "New York Post" zeigte sich der US-Präsident erstaunt darüber, dass Zuschauer für das erste Spiel der USA bei der Fußball-Weltmeisterschaft am 12. Juni in Los Angeles gegen Paraguay mehr als 1000 Dollar (850 Euro) für eine Eintrittskarte zahlen müssen. "Diese Zahl war mir nicht bekannt", sagte Trump: "Ich wäre sicherlich gern dabei, aber um ehrlich zu sein: Ich würde diesen Preis auch nicht zahlen." Hoeneß sagte, beim FC Bayern gebe es neben teuren VIP-Tickets auch noch Jahreskarten für 175 Euro. "Darauf bin ich sehr stolz. Ich möchte nicht, dass Fans, die kein so großes Einkommen haben, sich das nicht mehr leisten können", sagte der einstige Erfolgsmanager des deutschen Rekordmeisters: "Auch ihnen oder gerade ihnen gehört der Fußball. Es darf nicht sein, dass sie sich einen Fußballbesuch nur leisten können, wenn sie dafür beim Essen oder beim Urlaub sparen. Ein Fußballspiel muss immer möglich sein."