Datum09.05.2026 08:08
Quellewww.zeit.de
TLDRAm Samstag werden zwei 114 Meter hohe Kühltürme des ehemaligen Kohlekraftwerks Scholven in Gelsenkirchen gesprengt. Diese Maßnahme ist Teil der Energiewende und des Abschieds von der Kohleverstromung. Das Kraftwerk war einst das größte in Deutschland. Teile des Standorts bleiben jedoch für die Stromversorgung mit Kohle bis 2031 in Betrieb. Zukünftig ist eine Gaskraftwerksanlage, teils mit Wasserstoffbetrieb, geplant, um den Standort für die Zukunft bedeutsam zu halten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Energiewende“. Lesen Sie jetzt „Zwei Kühltürme von altem Kohlekraftwerk werden gesprengt“. An einem alten Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen sollen am Samstag (11.00 Uhr) zwei weitere Kühltürme gesprengt werden. Die beiden Türme des Uniper-Kraftwerks im Stadtteil Scholven sind 114 Meter hoch und bestehen aus rund 15.000 Tonnen Beton. Mit Sprengladungen sollen sie gleichzeitig zum Einsturz gebracht werden und dann aufeinander zukippen. Das Kraftwerk Scholven war laut Uniper in den 1960er Jahren das größte Steinkohle-Kraftwerk Deutschlands. Mit dem Abschied von der Stromerzeugung aus Kohle wurden die meisten Kraftwerksblöcke stillgelegt. In den Jahren 2008, 2015 und 2025 wurden schon drei Kühltürme und mehrere Industriegebäude auf dem Gelände gesprengt. Nun sind die Blöcke D und E an der Reihe. Für die Sprengung werde ein Sperrbereich von 300 Metern eingerichtet, teilte Uniper mit. Mehrere Straßen würden gesperrt. Allerdings müssen keine Häuser evakuiert werden - Anwohner können zu Hause bleiben. Ganz vorbei ist die Zeit der Kohleverstromung am Standort Scholven allerdings noch nicht. Die beiden Blöcke B und C wurden als systemrelevant eingestuft und sollen bis 2031 am Netz bleiben und die Stromversorgung stabilisieren, wenn zu wenig Wind- und Solarstrom erzeugt wird. Auf dem Gelände der gesprengten Kühltürme soll in den nächsten Jahren eine neue Turbinenanlage entstehen, die Strom aus Gas erzeugt. Perspektivisch könnte die Anlage auch mit klimafreundlichem Wasserstoff betrieben werden, teilte Uniper mit. Der Standort Scholven bleibe dadurch wichtig für die Stromversorgung der Region und für den Wandel hin zu erneuerbaren Energien. © dpa-infocom, dpa:260509-930-56216/1