Nachrichtenpodcast: Warum prangen immer noch Stalin-Zitate auf Berliner Denkmälern?

Datum09.05.2026 06:17

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Berlin wird über den Umgang mit sowjetischen Ehrenmalen diskutiert, da Russland den Sieg im Zweiten Weltkrieg für seine Ukraine-Kriegspropaganda nutzt. Kritiker fordern eine Neubewertung und mögliche Umgestaltung. Gleichzeitig steht Ungarn ein politischer Kurswechsel bevor: Péter Magyars neue Regierung plant umfassende Reformen gegen Korruption und für eine EU-Annäherung, muss aber EU-Fördermittel retten.

InhaltDrei sowjetische Ehrenmäler erinnern in Berlin an den Sieg im Zweiten Weltkrieg. Wie soll die Stadt heute damit umgehen? Und: So will Péter Magyar Ungarn verändern. 81 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Deutschland und insbesondere in Berlin über den richtigen Umgang mit sowjetischen Ehrenmälern diskutiert. An knapp dreieinhalbtausend Orten in Deutschland sind gefallene sowjetische Soldaten bestattet. Die drei bekanntesten Ehrenmäler stehen in Berlin: im Treptower Park, im Tiergarten und in der Schönholzer Heide. Nicht erst seit der russischen Invasion in die Ukraine wird darüber diskutiert, welche Rolle diese Denkmäler heute spielen und inwiefern Russland die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg für seine Kriegspropaganda nutzt. Kritiker werfen Russland vor, den Sieg über Deutschland zur Rechtfertigung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine zu instrumentalisieren. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die sowjetischen Ehrenmäler künftig eingeordnet und möglicherweise umgestaltet werden können. Im Berliner Abgeordnetenhaus haben SPD und Grüne dazu jeweils eigene Vorschläge für einen neuen Umgang mit den Denkmälern eingebracht. Welche Standpunkte es in der Debatte gibt, fasst Anastasia Tikhomirova, Redakteurin im Politikressort der ZEIT, zusammen. Nach dem Wahlsieg von Péter Magyar steht Ungarn vor einem politischen Kurswechsel. Der designierte Ministerpräsident hat angekündigt, das von Viktor Orbán geprägte System umfassend umzubauen und Ungarn wieder stärker an die Europäische Union anzunähern. Mit seiner Zweidrittelmehrheit im Parlament kann Péter Magyars Tisza-Partei weitreichende Reformen anstoßen. Geplant sind unter anderem Maßnahmen gegen Korruption sowie Reformen von Justiz und Medien. Dabei steht die neue Regierung allerdings von Anfang an unter Zeitdruck: Bis Ende August drohen eingefrorene EU-Fördermittel in Milliardenhöhe endgültig zu verfallen, falls Ungarn die von der EU geforderten Reformen nicht rasch umsetzt. Alexander Kauschanski, Auslandsredakteur der ZEIT, erklärt, wie groß die Herausforderungen für den neuen Regierungschef sind. Und sonst so? Geld zurück, weil am Pool keine Liegen frei waren Moderation und Produktion: Moses Fendel Redaktion: Elise Landschek, Rita Lauter Mitarbeit: Sophia Boddenberg, Celine Yasemin Rolle Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Wenn Sie immer auf dem Laufenden bleiben wollen, abonnieren Sie hier die ZEIT auf Whatsapp.