Datum09.05.2026 05:42
Quellewww.zeit.de
TLDRÄrztepräsident Klaus Reinhardt fordert die zügige Einführung einer Zuckerabgabe auf gesüßte Getränke, um die ernährungsbedingten Gesundheitsprobleme in Deutschland anzugehen. Er betont, dass die positiven Effekte Zeit bräuchten und eine frühe Einführung wichtig sei. Die Abgabe soll Anreize für Hersteller zur Zuckerreduktion schaffen, wie internationale Beispiele aus Großbritannien zeigen, wo dies zu geringerem Zuckerkonsum und positiven Gesundheitsentwicklungen führte. Übergewicht und Adipositas belasten die Bevölkerung und verursachen hohe Kosten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Prävention“. Lesen Sie jetzt „Ärztepräsident: Zuckerabgabe möglichst zügig einführen“. Ärztepräsident Klaus Reinhardt wirbt für eine frühere Einführung der geplanten Zuckerabgabe auf Getränke wie Limonaden und Colas. Sie sei "richtig und längst überfällig", sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur vor dem Deutschen Ärztetag in der nächsten Woche in Hannover. "Die positiven gesundheitlichen Effekte treten dabei nicht sofort ein, sondern zeigen sich erst nach einigen Jahren." Dies sei ein weiterer Grund, die Abgabe "möglichst zügig einzuführen und nicht erst bis 2028 zu warten." Die schwarz-rote Bundesregierung hat vereinbart, dass eine neue Abgabe auf gezuckerte Getränke kommen soll, und als Startdatum dafür 2028 genannt. Die Ausgestaltung, die das Gesundheitsministerium vorlegen soll, ist noch offen. Reinhardt sagte, Ziel sei nicht in erster Linie, Verbraucherinnen und Verbraucher zu belasten. "Eine klug ausgestaltete Abgabe setzt wirksame Anreize für Hersteller, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu senken. Dass das funktioniert, zeigen internationale Erfahrungen." In Großbritannien sei der durchschnittliche Zuckergehalt von Softdrinks nach Einführung einer Abgabe um rund 30 Prozent gesunken. Zugleich gebe es Hinweise auf rückläufige Kariesraten und weniger Übergewicht bei Kindern. "Deutschland hat ein erhebliches Ernährungsproblem, das Millionen Menschen gesundheitlich belastet", erläuterte der Ärztepräsident. Rund die Hälfte der Erwachsenen sei übergewichtig, etwa ein Viertel adipös. Auch bei Kindern und Jugendlichen seien die Zahlen hoch. Die Folgen reichten von Typ-2-Diabetes über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Karies. Allein die Kosten der Adipositas würden auf mehr als 60 Milliarden Euro jährlich geschätzt. © dpa-infocom, dpa:260509-930-56040/1