Datum09.05.2026 05:18
Quellewww.zeit.de
TLDRDas US-Militär hat im Pazifik ein Boot mutmaßlicher Drogenschmuggler angegriffen, wobei zwei Menschen getötet und einer überlebt haben soll. Die US-Küstenwache wurde eingeschaltet. Diese Angriffe auf Boote, die von der Trump-Regierung als Terrororganisationen eingestuften Drogenkartellen genutzt werden, werden völkerrechtlich kritisiert und von Menschenrechtsorganisationen als "rechtswidrige außergerichtliche Tötungen" bezeichnet. Es gab bereits über hundert Tote bei ähnlichen Vorfällen, darunter Berichte über die Tötung von Überlebenden.
InhaltErneut hat das US-Militär angebliche Drogenschmuggler im Pazifik angegriffen. Dabei sollen zwei Männer getötet worden sein. Einer habe überlebt. Bei einem weiteren Angriff auf ein Boot angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik sind nach Angaben des US-Militärs zwei Männer getötet worden. Bei der Attacke habe es auch einen Überlebenden gegeben, teilte das für die Region zuständige Südkommando (Southcom) auf der Online-Plattform X mit. Deshalb sei die US-Küstenwache für Rettungsmaßnahmen eingeschaltet worden. Es gab zunächst keine Angaben dazu, ob die Person geborgen wurde. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump lässt seit vergangenem Herbst immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Pazifik angreifen. Dabei wurden nach Angaben des Militärs bereits weit mehr als 100 Personen getötet. Als rechtliche Grundlage für die Attacken führt Trumps Regierung den Umstand an, dass Drogenkartelle von ihr zu Terrororganisationen erklärt wurden. Kritiker zweifeln indes an, dass die tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind. Human Rights Watch und Amnesty International bezeichnen die Angriffe als "rechtswidrige außergerichtliche Tötungen". Für besonderes Aufsehen sorgten Berichte, wonach bei einem der Angriffe auch zwei Überlebende bei einer darauffolgenden Attacke getötet wurden, obwohl sie dem US-Militär zu diesem Zeitpunkt ohnehin faktisch ausgeliefert waren und nicht mehr flüchten konnten.