Datum09.05.2026 04:14
Quellewww.zeit.de
TLDRDie WHO bestätigte sechs Hantavirusfälle auf einem Kreuzfahrtschiff nach einer Reise durch Argentinien und Chile. Drei Personen starben, darunter ein Deutscher. Der Erreger ist der seltene, aber von Mensch zu Mensch übertragbare Anden-Stamm. Das Schiff legt auf Teneriffa an, wo Passagiere untersucht werden. Das Risiko für die Weltbevölkerung ist gering, für die Schiffsinsassen moderat. Der Ausbruch wurde zunächst auf St. Helena gemeldet.
InhaltSechs der acht Verdachtsfälle auf das Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff haben sich bestätigt. Das Schiff soll am Sonntag auf Teneriffa anlegen. Nach einem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MS Hondius hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen sechs von acht Verdachtsfällen als offizielle Hantavirus-Fälle bestätigt. Die zwei übrigen Fälle würden weiter geprüft, teilte die UN-Behörde mit. Vier Patienten werden in Krankenhäusern in den Niederlanden, in Südafrika und in der Schweiz behandelt. Drei der acht Personen sind gestorben, darunter ein Deutscher und ein niederländisches Ehepaar. Ein Verdachtsfall in Deutschland – eine Passagierin des Schiffs – steht unter Beobachtung in der Uniklinik Düsseldorf. Wegen der langen Inkubationszeit könnten die Ärzte erst nach acht Wochen Entwarnung geben, sagte der UKD-Bereichsleiter Tropenmedizin, Torsten Feldt. Man könne nur sagen, dass die Kontaktperson derzeitig keine aktive Infektion habe. Bei dem Erreger handelt es sich um den Anden-Stamm des Hantavirus, der durch PCR-Tests nachgewiesen wurde. Dieser Stamm kann durch sehr engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden, was Experten zufolge jedoch sehr selten ist. Der WHO zufolge hat sich der erste Fall vermutlich bereits vor der Reise in Argentinien oder Chile infiziert, bevor sich das Virus auf dem Schiff ausbreitete. Das Risiko für die Weltbevölkerung sei gering, für die Passagiere und die Besatzung jedoch moderat. Das Schiff hatte am 6. Mai Kap Verde verlassen und ist auf dem Weg zu den spanischen Kanaren, wo die Passagiere von Bord gehen sollen. Die Ankunft auf Teneriffa ist für Sonntag geplant. Die Passagiere sollen dort untersucht und getestet werden. Laut dem Betreiber der Hondius zeige derzeit keiner der Passagiere Krankheitssymptome. Als der Ausbruch am 2. Mai gemeldet wurde, befanden sich 147 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. 34 weitere Reisende hatten das Schiff bereits verlassen, viele davon bei einem Zwischenstopp auf der Insel St. Helena. Zu den von Bord gegangenen Passagieren zählte auch die Frau des auf dem Schiff verstorbenen Niederländers. Sie erkrankte später selbst und starb, nachdem sie in Johannesburg wegen ihres schlechten Gesundheitszustands aus einer Maschine der Fluggesellschaft KLM gebracht worden war. Zudem hatten die Behörden einen weiteren Verdachtsfall bei einem britischen Staatsbürger auf der abgelegenen Insel Tristan da Cunha im Südatlantik gemeldet, wo das Schiff am 15. April angelegt hatte.