Datum08.05.2026 15:53
Quellewww.zeit.de
TLDREin Briefzusteller steht wegen des Abfangens von Bankkarten aus der Post und der damit verbundenen Plünderung von Konten vor Gericht. Ihm werden 83 Taten vorgeworfen, bei denen er rund 100.000 Euro erbeutet haben soll. Der 27-Jährige schweigt zu Prozessbeginn. Die Polizei ermittelt aufgrund von Videoaufnahmen und Anzeigen über verschwundene Bankbriefe.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Konten geplündert“. Lesen Sie jetzt „Bankkarten aus der Post gefischt? Angeklagter schweigt“. Weil er im großen Stil Bankkarten aus der Post abgefangen und etliche Konten geplündert haben soll, steht ein Briefzusteller vor Gericht. Dem 27-Jährigen werden 83 Taten zur Last gelegt. Er soll insgesamt rund 100.000 Euro von fremden Konten abgehoben haben. Der Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn vor dem Amtsgericht Tiergarten, sein Mandant werde sich zunächst nicht äußern. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Computerbetrug, Diebstahl und Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. Ab Juli 2024 soll der Briefzusteller, der nach seinen Angaben bei der Deutschen Post angestellt war, unbefugt Postsendungen mit Bankkarten und PIN-Mitteilungen an sich genommen haben. In 77 Fällen soll er von betroffenen Konten Geld abgehoben haben. In sechs weiteren Fällen habe er Postsendungen mit Zahlungskarten beziehungsweise PIN gestohlen, aber noch nicht eingesetzt. Laut Ermittlungen wurden von 24 Bankkonten zum Teil mehrmals Beträge abgehoben. Bis zu 16.000 Euro seien von den betroffenen Konten verschwunden. Videoaufnahmen, die den mutmaßlichen Täter bei Geldabhebungen zeigen sollen, führten auf die Spur des Angeklagten. Er wurde vor zwei Monaten festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Ein Polizist sagte als erster Zeuge, im Zustellbereich des Angeklagten in Berlin-Spandau sei es immer wieder zu Anzeigen wegen verschwundener Bankbriefe gekommen. Vor zwei Monaten seien bei einer Durchsuchung bei dem 27-Jährigen weitere Briefe mit Bankkarten gefunden wurden, "die ihm nicht gehörten". Für den Prozess sind bislang zwei weitere Verhandlungstage bis zum 10. Juni terminiert. © dpa-infocom, dpa:260508-930-54174/1