Hantavirus: WHO stuft Risiko nach Hantavirus-Ausbruch als »absolut gering« ein

Datum08.05.2026 14:19

Quellewww.zeit.de

TLDRDie WHO stuft das Risiko durch Hantaviren nach einem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" als "absolut gering" ein. Zwar sei der Erreger gefährlich, aber eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfordere sehr engen Kontakt. Es gab bestätigte Infektionen und Todesfälle. Von an Bord gegangenen Passagieren werden weitere Untersuchungen auf mögliche Ansteckung durchgeführt.

InhaltFür die Allgemeinheit geht laut WHO ein "absolut geringes" Risiko vom Hantavirus aus. Zum Teil hätten Menschen in derselben Kabine übernachtet, ohne sich zu infizieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Risiko für die Allgemeinbevölkerung nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" als "absolut gering" eingestuft. WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte in Genf, der Erreger sei zwar gefährlich, "aber nur für die Person, die wirklich infiziert ist". Für eine Ansteckung von Mensch zu Mensch sei "sehr enger Kontakt" nötig. Lindmeier verwies darauf, dass selbst Menschen, die auf dem Schiff in denselben Kabinen übernachtet hätten, in manchen Fällen nicht infiziert worden seien. Hintergrund ist ein Ausbruch auf dem niederländischen Schiff im Atlantik. Drei Menschen starben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine Frau aus Deutschland. Die WHO sprach am Donnerstag von fünf bestätigten Infektionen und drei Verdachtsfällen.  Nach Angaben der niederländischen Regierung hatten das Schiff bei einem Zwischenstopp auf der Insel St. Helena rund 40 Passagiere verlassen, bevor der Ausbruch gemeldet wurde. Nach WHO-Einschätzung handelt es sich um den Andestyp des Hantavirus, bei dem in seltenen Fällen eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete die Situation als "ernst", stufte das Risiko für die öffentliche Gesundheit aber als gering ein. Die amtierende Nothilfekoordinatorin Maria van Kerkhove sagte, dies sei "nicht der Beginn einer Pandemie". In Deutschland wird an der Uniklinik Düsseldorf eine Passagierin untersucht, die neben zwei kranken Crew-Mitgliedern ausgeflogen worden war. Nach Angaben eines Kliniksprechers gab es zunächst keine Hinweise auf eine Infektion, wegen der sehr unterschiedlichen Inkubationszeit seien jedoch weitere Untersuchungen nötig. Schutzmaßnahmen würden vorsorglich aufrechterhalten. Die WHO kündigte an, noch am Freitag weitere Angaben zu dem Ausbruch und zu möglichen Kontaktpersonen zu machen. Die "Hondius" soll voraussichtlich am Sonntag Teneriffa erreichen. Dort sollen die knapp 150 Menschen an Bord untersucht und getestet werden. Die spanische Regierung teilte mit, dass die ersten Passagiere bereits kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel in ihre Heimatländer ausgeflogen werden sollen. An den Plänen für den Rücktransport der deutschen Passagiere sind laut dem Auswärtigen Amt auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie das Robert-Koch-Institut beteiligt.