Bundesliga-Vorschau: Das schöne Prinzip, das die DFL geopfert hat

Datum08.05.2026 14:08

Quellewww.zeit.de

TLDRDie DFL opfert die Gleichzeitigkeit der Spiele am 33. Spieltag der Bundesliga zugunsten der TV-Vermarktung, was dem FC St. Pauli schadet. Im Kampf um den letzten Champions-League-Platz liefern sich Stuttgart, Leverkusen und Hoffenheim ein enges Rennen. Derweil beendet Niklas Süle mit 30 Jahren seine Karriere. Der ehemalige Nationalspieler und Champions-League-Sieger mit Bayern begründet seinen Schritt unter anderem mit den Strapazen von zwei Kreuzbandrissen und dem Wunsch, das Leben abseits des Profifußballs zu genießen.

InhaltFrüher fanden auch am 33. Spieltag alle Spiele zeitgleich statt. Jetzt ist die TV-Vermarktung wichtiger. Zum Nachteil St. Paulis. Alles Wichtige zum Fußball-Wochenende Stuttgart gegen Leverkusen. Unter der Woche sagte Uli Hoeneß, sein Neffe Sebastian komme als Nachfolger von Vincent Kompany infrage. Ein Trainer aus der Familie. Das ist wohl, was sie im Fußball "ein gutes Netzwerk" nennen. Doch zunächst soll der Bayernprinz seinen VfB Stuttgart in die Champions League führen. In der vergangenen Woche retteten sich die Stuttgarter in der 95. Minute in Unterzahl zu einem 3:3 in Hoffenheim, Sebastian Hoeneß nannte das einen Warnschuss. Stuttgart, Leverkusen, Hoffenheim haben jeweils 58 Punkte und bestreiten einen Dreikampf um den letzten Champions-League-Platz. (Theoretisch ist Leipzig, 62 Punkte, auch noch einzuholen.) Einer darf also an den Honigtopf, zwei müssen mit den Brotkrumen leben, die man in der Europa League verdienen kann. Allein die Antrittsprämie in der Champions League ist viermal so hoch. XXX Niklas Süle. Wer einmal mit dem Gefühl unter der Dusche stand, dass ein Kreuzband gerissen sein könnte, der weiß, wie dunkel diese Minuten sind. Süle hatte so einen Moment erst im April wieder nach dem Spiel gegen Hoffenheim. Zehn Minuten habe er unter der Dusche geweint, sagt Süle. Zweimal hatte er sich schon das Kreuzband gerissen, diesmal war es zum Glück doch noch ganz. Aber die Freude am Profifußball war weg. Er entschied seine Karriere zu beenden, wie er im sehr schönen Abschiedsinterview bei Sky erzählt. Schluss mit 30 Jahren, am Freitag wird er in Dortmund verabschiedet. Süle wurde mit den Bayern Champions-League-Sieger, fünfmal Deutscher Meister und galt zwischenzeitlich als bester deutscher Innenverteidiger. Zum Interview brachte er Cheeseburger mit. Und man merkt, dass da jemand spricht, der nicht mehr jedes Wort abwägen muss: "Wer will mir erzählen, dass wenn ich weniger Bier getrunken und weniger Burger gegessen hätte, dass es dann eine bessere Karriere geworden wäre?" Ein paar Leute fallen einem da ein, das ist aber jetzt egal. Prost!