UN-Klimagipfel: Deutschland gibt eine Milliarde Euro zum Schutz der Regenwälder

Datum20.11.2025 01:54

Quellewww.zeit.de

TLDRAuf dem UN-Klimagipfel in Brasilien hat Deutschland eine Milliarde Euro für den neuen Fonds TFFF zugesagt, der Länder finanziell belohnt, die ihre Regenwälder schützen. Der Fonds wurde von Brasilien initiiert und zielt darauf ab, die Erhaltung tropischer Regenwälder zu fördern. Für jeden geschützten Hektar erhalten Länder vier Dollar, während Zerstörung bestraft wird. Weitere unterstützende Länder sind unter anderem Großbritannien und China. Der Fond soll insgesamt 125 Milliarden Dollar sammeln, um den Klimaschutz zu stärken.

InhaltDer neue Waldfonds TFFF belohnt Länder, die ihre Regenwälder schützen. Brasilien hat das Projekt gestartet – und nun auch die Bundesregierung als Unterstützer gewonnen. Die Bundesregierung hat bei der UN-Klimakonferenz in Brasilien eine Milliarde Euro für einen neuen Fonds zum Schutz des Regenwalds zugesagt. Deutschland werde sich in den kommenden zehn Jahren mit dieser Summe beteiligen, teilten Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) und Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Mittwochabend im brasilianischen Belém mit. "Es geht um den Schutz der tropischen Regenwälder, der Lunge unserer Welt", sagten beide SPD-Politiker.  Der Fonds namens Tropical Forest Forever Facility (TFFF) belohnt Länder finanziell, die ihre Regenwälder erhalten. Es ist ein neuartiger Finanzierungsmechanismus, den Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP30 in Belém gestartet und Länder zum Mitmachen aufgefordert hatte. Die brasilianische Umweltministerin Marina Silva reagierte erfreut auf die Ankündigung. Deutschlands Zusage zeige, dass es sich beim TFFF um ein "sehr gut konzipiertes, sehr gut strukturiertes Instrument" für den Klimaschutz handele, sagte sie in Belém. Der TFFF funktioniert wie ein traditioneller Investmentfonds, mit Renditen zwischen vier und 5,5 Prozent, wobei ein Teil der Erträge an Regenwaldländer fließt. Diese erhalten vier Dollar pro Hektar geschützter Vegetation. Für den Fonds werden insgesamt 125 Milliarden Dollar angestrebt. Brasilien selbst hat bereits eine Milliarde Dollar zugesagt, ebenso Indonesien. Portugal will eine Million Euro mobilisieren. Der Fonds hat bisher 47 politische Unterstützer, darunter neben Deutschland auch Großbritannien, China, Frankreich und die EU. Brasiliens Finanzminister Fernando Haddad hatte am Montag erklärt, das Ziel sei es, während der COP30 zehn Milliarden Dollar zu erreichen. Wie viel Geld Deutschland genau geben würde, war mit Spannung erwartet worden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei seinem Kurzbesuch in Brasilien zunächst nur eine "namhafte Summe" angekündigt, ohne konkrete Zahlen zu nennen.  Für Brasiliens Regierung ist der neue Waldschutzfonds ein Prestigeprojekt, dem sie als Gastgeber der UN-Konferenz öffentlichkeitswirksam zum Erfolg verhelfen will. Länder, die ihre Wälder erhalten, sollen nach dem neuartigen Modell belohnt werden. Umgekehrt sollen sie für jeden zerstörten Hektar Wald Strafe zahlen. Überprüft würde dies mit Satellitenbildern.  Regenwälder sind für den Klima- und Artenschutz sehr wichtig, da sie große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase binden, das Klima durch Verdunstung von Wasser kühlen und zudem Heimat sehr vieler Tier- und Pflanzenarten sind. Sie sind vielerorts von Abholzung bedroht, um Agrar- oder Weideflächen zu schaffen oder Gold zu schürfen.