Wetter in Deutschland: Wechselhaft statt Frost zu den Eisheiligen

Datum07.05.2026 23:37

Quellewww.spiegel.de

TLDRZu den Eisheiligen wird es in Deutschland wechselhaft und niederschlagsreich statt frostig. Der Deutsche Wetterdienst erwartet Gewitter und Regen, besonders im Süden. In Jena wurde bereits ein Mai-Regenrekord gebrochen. Frost im Mai wird durch den Klimawandel immer seltener, was Pflanzen und Obstbauern schadet. Die traditionellen Eisheiligen-Fröste treten daher zunehmend nicht mehr auf.

InhaltPünktlich zu den Eisheiligen wird es in Deutschland kommende Woche ungemütlich – vor allem ist weiterer Niederschlag angekündigt. Die Stadt Jena hat bereits jetzt einen Regenrekord für Mai aufgestellt. Kommende Woche wird es nass statt kalt: Trends des Deutschen Wetterdienstes zufolge wird zu den Eisheiligen kein klassischer Frosteinbruch erwartet. Stattdessen kommt es zu wechselhaftem, gewitteranfälligen Wetter, wie der Deutsche Wetterdienst berichtet . In vielen Regionen bleibt es regnerisch. Vor allem im Süden kann es am Montag zu Starkregen, Sturmböen und Hagel  kommen. Nur ganz vereinzelt gibt es Bodenfrost, etwa in den Alpen. In Jena wurde bereits jetzt ein Wetterrekord aufgestellt: Innerhalb von zwölf Stunden hat es dort so viel geregnet wie sonst in einem Monat. Laut DWD sind seit Donnerstagmorgen 67 Liter pro Quadratmeter gefallen. Der langjährige Mittelwert im Mai liegt dort sonst bei nur 62 Liter pro Quadratmeter. Basierend auf Radardaten sei davon auszugehen, dass sogar 80 Liter gefallen sind. Die lang anhaltenden Regenfälle in Thüringen sind durch ein Regenband bedingt, das sich kaum verlagerte. Laut der Polizei führte das zu sieben schweren Unfällen. Der Grund: unangepasste Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn. Das Wetterphänomen Eisheilige, auch "strenge Herren" oder "Eismänner" genannt, beschreibt Frosteinbrüche zwischen dem 11. und 15. Mai. Immer seltener gibt es allerdings Frost im Mai, wie der Deutsche Wetterdienst erklärt.  Durch die milderen Winter blühen Pflanzen zunehmend früher und können von frostigen Nächten im April und Mai stärker geschädigt werden. Damit haben Obstbauern sehr zu kämpfen. Gleichzeitig sorgt der Klimawandel dafür, dass die Eisheiligen als Phänomen zunehmend ausbleiben. Die Eisheiligen gehen auf historische Berichte von Bauern zurück, laut denen es an den Namenstagen von Heiligen oft zu einem letzten Kälteeinbruch und zu Nachtfrösten kommt. Bei den namensgebenden Heiligen handelt es sich um frühchristliche Bischöfe und Märtyrinnen, etwa die kalte Sophie am 14. Mai.