Olympia: IOC hebt alle Sanktionen gegen Belarus auf

Datum07.05.2026 20:43

Quellewww.zeit.de

TLDRDas IOC hat alle Sanktionen gegen belarussische Athleten aufgehoben, sodass diese wieder unter eigener Flagge antreten dürfen. Russische Athleten bleiben weiterhin ausgeschlossen, da das IOC das Russische Olympische Komitee (ROC) prüft. Die Entscheidung wird mit der Mission begründet, keine Athleten durch staatliche Handlungen einschränken zu wollen. Der DOSB hat die Entscheidung zur Kenntnis genommen.

InhaltBelarussische Athleten dürfen künftig wieder unter ihrer eigenen Flagge bei Olympischen Spielen antreten. Russland schließt der IOC jedoch zunächst weiterhin aus. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ​hat alle Sanktionen gegen Athleten aus Belarus aufgehoben. Damit könnten diese zu internationalen Wettbewerben zurückkehren, einschließlich der ​Qualifikationswettkämpfe für die Olympischen Spiele 2028 ⁠in Los Angeles, teilte ​das IOC mit. Das bedeutet auch, dass belarussische Sportler wieder unter eigener ‌Flagge ⁠und mit eigener Hymne ​antreten können. Auch Teams sind wieder zugelassen. Für russische Athleten gelten die Einschränkungen nach Angaben des IOC jedoch weiterhin. Das IOC verwies auf eine laufende Prüfung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) ​sowie auf Bedenken wegen des russischen Anti-Doping-Systems. Das ROC war im Oktober 2023 suspendiert worden, weil es die regionalen ‌Sportverbände in den von Russland besetzten ukrainischen Gebiete ​Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja als russisch anerkannt hatte. Das IOC hatte nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ⁠im Jahr 2022 empfohlen, ​Sportler und Funktionäre aus Russland und Belarus ‌von Wettbewerben auszuschließen. Belarus ist eng mit Russland verbündet. Nur Einzelathleten, die den Krieg nicht aktiv unterstützen, durften unter neutralem Status starten. "Angesichts der zunehmend komplexen Realitäten und Folgen des aktuellen geopolitischen Kontextes (...) muss das IOC seiner Mission gerecht werden, eine wertebasierte und wahrhaft globale Sportplattform zu erhalten, die der Welt Hoffnung gibt", hieß es zur Begründung. Nach Meinung der Dachorganisation sollten Athleten bei internationalen Wettkämpfen "nicht durch das Handeln ihrer Regierungen eingeschränkt werden, einschließlich der Beteiligung an einem Krieg oder Konflikt". Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nahm die Entscheidung nach eigenen Angaben "zur Kenntnis". In einer Sitzung am Freitag und Samstag will sich das Präsidium damit befassen. Durch diese neue Entscheidung könnte etwa die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka, eine der prominentesten Sportlerinnen aus Belarus, wieder für ihr Land auf der Tennistour antreten.