Datum07.05.2026 18:47
Quellewww.spiegel.de
TLDRFriedrich Merz verzeichnet historische Tiefstwerte bei der Zustimmung: Nur 16 Prozent sind laut ARD-"Deutschlandtrend" mit seiner Arbeit als Bundeskanzler zufrieden, 83 Prozent unzufrieden. Dies ist der schlechteste Wert für einen amtierenden Kanzler im "Deutschlandtrend". Seine Kommunikationsfähigkeiten werden von 82 Prozent kritisiert. Gleichzeitig überholt die AfD (27%) erstmals die Union (24%) in der Sonntagsfrage. Die Befragung von 1303 Wahlberechtigten zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik.
InhaltNeuer Rekord: Laut ARD-"Deutschlandtrend" sind die Umfragewerte von Friedrich Merz so niedrig wie bei keinem Bundeskanzler zuvor. Auch seine alte Rivalin Angela Merkel hatte immer mehr Zustimmung. Nach rund einem Jahr Schwarz-Rot ist die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) laut ARD-"Deutschlandtrend" größer denn je. Mit der Arbeit des Kanzlers sind demnach 16 Prozent zufrieden, das sind fünf Prozentpunkte weniger als im April. Unzufrieden sind demnach 83 Prozent (plus 7). Das sei der schlechteste Wert, der im "Deutschlandtrend" je für einen amtierenden Bundeskanzler gemessen worden sei. Zum Vergleich: Im Juni 2025, also rund einen Monat nach Amtsantritt, lag die Zufriedenheit mit dem Regierungschef noch bei 39 Prozent. Der niedrigste Wert seines Amtsvorgängers Olaf Scholz lag demnach im September 2024 bei 18 Prozent. 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Merz seinem Amt nicht gewachsen ist, 25 Prozent sehen das anders. Im August vergangenen Jahres waren noch 42 Prozent der Meinung gewesen, dass der 70-jährige Sauerländer seinem Amt gewachsen sei. Aus der Umfrage geht hervor, dass vor allem die Kommunikation des Kanzlers bei der Bevölkerung nicht gut ankommt. Demnach finden nur 14 Prozent der Befragten, dass er überzeugend kommuniziert (minus 20 im Vergleich zu August 2025). 82 Prozent (plus 21) sehen das anders. Merz hatte zuletzt im SPIEGEL-Interview selbst Defizite in der Kommunikation über die Regierungspolitik eingeräumt. "Ich kann da in der Tat noch besser werden", sagte der Kanzler. (Das Interview lesen Sie hier .) Die schlechten Umfragewerte des Kanzlers sind nicht die einzige schlechte Nachricht für die Union. Denn die AfD liegt im neuen ARD-"Deutschlandtrend" erstmals vor der CDU und CSU. Die Partei kommt demnach in der Sonntagsfrage auf 27 Prozent und erreicht damit zwei Prozentpunkte mehr als Anfang April. Die Union verschlechtert sich um zwei Prozentpunkte auf 24 Prozent. Die SPD bleibt unverändert bei 12 Prozent im Vergleich zum April.Für den "Deutschlandtrend" hat Infratest dimap laut eigenen Angaben 1303 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland von Montag bis Mittwoch zufällig telefonisch und online befragt. Die Umfrage ist demnach repräsentativ. Lesen Sie auch: Der Kanzler ist in Umfragen so unbeliebt wie nie. Politologin Ursula Münch hat dafür eine Erklärung: Es liegt nicht nur an Merz selbst. Ein Problem allerdings sieht sie in seiner Wirkung auf Frauen .