Prozesse: Angeklagter: Ex-Partner der Getöteten war vor Ort

Datum07.05.2026 18:23

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Augsburger Mordprozess an einer dreifachen Mutter hat der Angeklagte überraschend ausgesagt. Er behauptet, der Ziehvater und Ex-Partner der Getöteten sei am Tatort gewesen und habe ihm nach Schüssen die Waffe übergeben. Dies könne er erst jetzt offenbaren, da der Ziehvater kürzlich festgenommen wurde. Der 43-jährige Ex-Partner wird nun wegen Verdachts der Anstiftung zum Mord gesucht. Die Frau wurde vor einem Jahr ermordet, ihre Kinder waren anwesend.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Prozesse“. Lesen Sie jetzt „Angeklagter: Ex-Partner der Getöteten war vor Ort“. Im Prozess um den Mord an einer dreifachen Mutter in Augsburg gibt es eine überraschende Wende: Der Angeklagte äußerte sich in der Hauptverhandlung - und sagte, sein Ziehvater, der Ex-Partner der Frau, sei bei der Getöteten vor Ort gewesen. Das bestätigte ein Gerichtssprecher. Er - der Angeklagte - sei nicht im Anwesen gewesen; er habe Schüsse gehört und vom Ziehvater dann danach die Waffe übergeben bekommen. Die "Augsburger Allgemeine" hatte zuerst darüber berichtet.  Er habe dies erst jetzt nach der Festnahme des Ziehvaters offenbaren können, sagte der angeklagte 30-Jährige laut Gericht. Bisher hatte er nur über seine Anwälte erklären lassen, dass er die Frau nicht erschossen habe und ansonsten weitgehend geschwiegen. Die Kammer werde nun die neuen Angaben des Angeklagten prüfen und bewerten müssen, hieß es bei Gericht.  Der Ziehvater des Angeklagten und Ex-Partner der Getöteten war am Dienstag als weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Aufgrund neuer Ermittlungen und der Erkenntnisse aus dem laufenden Prozess sei von der Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord gegen den 43 Jahre alten Ex-Lebensgefährten des Opfers beantragt worden, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt.  Die Frau war vor einem Jahr mit vier Kopfschüssen in ihrer Wohnung umgebracht worden. Sie hatte drei kleine Kinder. Ein Sohn und eine Tochter waren während der Tat in dem Haus und mussten das Geschehen miterleben. Die Tochter fand die blutüberströmte Mutter und alarmierte über eine Verwandte die Polizei. Die Neunjährige musste auch in dem Strafverfahren aussagen. Nach Angaben der Ermittler hatte sich die Frau im April 2025 im Streit von dem Ziehvater getrennt. Danach soll er den Angeklagten wie einen Detektiv auf die Frau angesetzt haben, um sie auszuspionieren.  Dass der 43-Jährige mit dem Verbrechen an der Frau etwas zu tun haben könnte, war von Verfahrensbeobachtern lange vermutet worden. Die Strafkammer sorgte zwischenzeitlich für einen Paukenschlag, indem der Vorsitzende Richter Michael Eberle darauf hinwies, dass es sich um einen Auftragsmord handeln könnte, hinter dem der frühere Partner stecken könnte. © dpa-infocom, dpa:260507-930-49556/1