Datum07.05.2026 13:22
Quellewww.spiegel.de
TLDREin ehemaliger städtischer Mitarbeiter und seine Frau sind zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft wegen Diebstahls von fast 1,9 Millionen Euro aus Parkscheinautomaten verurteilt worden. Der Mann entwendete über zehn Jahre lang Geld aus den Automaten, während seine Frau es zur Bank brachte. Sie müssen den gesamten Schaden zurückzahlen und lebenslang mit Pfändungen rechnen. Das Paar gab die Taten zu und gestand, das Geld für Luxus ausgegeben zu haben. Die Stadt hat daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen angepasst.
InhaltEin ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Kempten steckte über Jahre heimlich Geld aus Parkscheinautomaten ein, seine Frau brachte es zur Bank. Nun ist das Paar verurteilt worden und muss die Millionensumme zurückzahlen. Nach dem Diebstahl von Parkmünzen im Wert von etwa 1,9 Millionen Euro ist ein Ehepaar vom Landgericht Kempten zu jeweils fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht ordnete zudem an, dass die Angeklagten der Stadt Kempten den Schaden in voller Höhe ersetzen müssen. Vor Gericht standen ein 40 Jahre alter ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Kempten und seine 39-jährige Ehefrau. Der Beschäftigte des Bauhofs leerte die Parkscheinautomaten der Kommune und hatte sich mehr als zehn Jahre lang immer wieder selbst bedient. Die Quittungen aus dem Automaten warf er weg. Seine Partnerin half ihm dabei, das Geld abzuholen und auf Konten einzuzahlen. Das Gericht bezeichnete sie als "Logistikerin" der Taten. Eine Bank brachte die Ermittlungen schließlich ins Rollen. Diese hatte wiederholt auffällige Geldeinzahlungen registriert. Beide hatten die Vorwürfe zugegeben. Verurteilt wurden beide wegen mehr als 300 Fällen seit dem Jahr 2020 mit einem Schaden von rund 1,34 Millionen Euro. Weitere mehr als 500 Fälle mit einer Schadenssumme von 584.000 Euro sind strafrechtlich verjährt. Allerdings wird die Justiz die Gesamtsumme von mehr als 1,9 Millionen Euro zur Schadensbegleichung bei dem Paar einziehen. Richter Christoph Schwiebacher Der Mann hatte vor Gericht zugegeben, dass das Paar sich mit dem Geld ein Luxusleben gegönnt habe: Pferde, Autos und teure Kleidung habe man damit gekauft. Der Vorsitzende Richter Christoph Schwiebacher wies darauf hin, dass die beiden Angeklagten nun in den nächsten 30 Jahren mit Pfändungen rechnen müssten. "Das Ganze hat sich nicht gelohnt und soll sich auch nicht lohnen", sagte er. Die Stadt Kempten hat in der Folge die Arbeitsabläufe bei der Leerung der Automaten geändert und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.