Datum07.05.2026 16:28
Quellewww.spiegel.de
TLDRAb September übernimmt die Axel Springer Academy die Produktion der "B.Z.". Ziel ist eine verjüngte Redaktion mit Journalistenschülern, die neue digitale Formate entwickeln soll. Die Akademie-Leiterin Miriam Krekel kehrt zurück, um die Zeitung neu auszurichten. Dies markiert eine radikale Neugestaltung angesichts sinkender Auflagen und Herausforderungen auf dem Berliner Zeitungsmarkt. Ein Stellenabbau im niedrigen zweistelligen Bereich wird erwartet.
InhaltKnapp 150 Jahre nach ihrer Gründung wird die "B.Z." ab September von der Axel Springer Academy produziert. Der Verlag verspricht sich eine neugierige, verjüngte Redaktion – und vermutlich Spareffekte. Die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." stellt ihre Redaktion neu auf. Ab September übernimmt die Axel Springer Academy of Journalism and Technology die Leitung und Redaktion der Zeitung, wie der Verlag mitteilt. Die technische und kaufmännische Verantwortung bleibe bei der Bild-Gruppe. Verantwortlich für die Neuausrichtung soll Academy-Leiterin Miriam Krekel sein. Sie war bereits von 2017 bis 2022 Chefredakteurin der "B.Z.". Künftig solle die Zeitung von einem Kernteam erfahrener Redakteure sowie wechselnden Journalistenschülern der Academy produziert werden. Die bisherige redaktionelle Struktur werde abgelöst. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist im Zuge der Neuaufstellung auch ein Stellenabbau im niedrigen zweistelligen Bereich vorgesehen. Demnach laufen dazu Gespräche mit dem Betriebsrat. Zudem soll es ein Freiwilligenprogramm geben. Der Verlag sprach von einer "radikalen redaktionellen Neuaufstellung" angesichts der Herausforderungen auf dem Berliner Zeitungsmarkt. Ziel sei es unter anderem, die journalistischen Produkte zu verjüngen und neue Formen des digitalen Lokaljournalismus zu entwickeln. Geplant seien etwa datenjournalistische und investigative Projekte sowie KI-gestützte hyperlokale Angebote. Leiterin Krekel sagte, die Axel Springer Academy stehe dafür, "mit einer unbändigen Neugier auszuprobieren, was die Zukunft des Journalismus sein kann, und wie wir diese gestalten." Die "B.Z." wurde 1877 gegründet und ist damit laut Springer-Verlag die älteste Boulevardzeitung der Republik. In ihrer 150-jährigen Geschichte habe die "B.Z." immer wieder "bewiesen, dass sie durch Kreativität und Innovationsgeist auf alle Veränderungen im Lese- und Kaufverhalten der Berliner eine Antwort findet", heißt es in der Mitteilung. Die verkaufte Auflage lag im ersten Quartal 2026 bei 62.906 Exemplaren – 11,1 Prozent weniger als im Vorjahr. 2013 waren es noch doppelt so viele Exemplare.