Anlagebetrug: Schneeballsystem: Haftstrafen nach Millionenbetrug in Erfurt

Datum07.05.2026 16:14

Quellewww.zeit.de

TLDRDrei Männer und eine Frau wurden in Erfurt wegen eines Millionenbetrugs im Rahmen eines Schneeballsystems zu langen Haftstrafen verurteilt. Zwei Männer erhielten jeweils neun Jahre und neun Monate Haft, ein weiterer acht Jahre und sechs Monate. Eine Frau wurde wegen Beihilfe zu vier Jahren verurteilt. Die Angeklagten täuschten über 5.000 Anleger um 107 Millionen Euro mit unrealistischen Renditeversprechen. Das Gericht sah banden- und gewerbsmäßigen Betrug als erwiesen an. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Anlagebetrug“. Lesen Sie jetzt „Schneeballsystem: Haftstrafen nach Millionenbetrug in Erfurt“. Weil Sie Anleger in einer Art Schneeballsystem um Millionenbeträge gebracht haben, sind drei Männer zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Erfurt verhängte wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in mehr als 7.000 Fällen gegen zwei Männer Haftstrafen von jeweils neun Jahren und neun Monaten. Ein weiterer Angeklagter muss für achteinhalb Jahre ins Gefängnis und eine Frau wegen Beihilfe für vier Jahre. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Angeklagten hatten nach Überzeugung des Gerichts etwa 5.000 Anlegern Verträge mit einem Renditeversprechen von rund 210 Prozent verkauft. Der Schaden beträgt laut Urteil 107 Millionen Euro. Der Vorsitzende Richter sagte bei der Urteilsbegründung, man hätte erkennen können, dass es sich um ein Schneeballsystem gehandelt habe. Zudem lobte er ausdrücklich die vorbildliche Arbeit der Ermittler in diesem Fall. Laut Staatsanwaltschaft hatten die Angeklagten ein international operierendes Firmennetzwerk mit Ursprung in Erfurt aufgezogen. Das Urteil folgt weitestgehend den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft, die für die Männer Haftstrafen zwischen neun Jahren und drei Monaten sowie neun Jahren und zehn Monaten gefordert hatte. Für die Frau beantragte sie fünfeinhalb Jahre Haft. Die Verteidigung hatte teils niedrigere Haftstrafen und Freisprüche verlangt. Der Prozess vor dem Landgericht lief seit vergangenem Juli. © dpa-infocom, dpa:260507-930-48776/1