Datum07.05.2026 15:40
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Fahrgast hat in Bamberg die Kontrolle über einen Linienbus übernommen, was zu leichten Verletzungen zweier anderer Passagiere führte. Der eigentliche Busfahrer wurde daraufhin fristlos entlassen und erhielt ein Hausverbot, da sein Verhalten das Unternehmen und seine Kollegen in Misskredit brachte. Gegen beide ermittelt die Polizei wegen verschiedener Delikte. Die Motive für den Vorfall bleiben unklar, sind aber für die Konsequenzen unerheblich.
InhaltEin Fahrgast hat in Bamberg plötzlich den Fahrersitz eines Linienbusses übernommen. Warum der etatmäßige Busfahrer das zuließ, ist nicht klar. Den Stadtwerken ist das in der Bewertung ohnehin egal. Einmal im Leben Bus fahren, das dachte sich offenbar ein Fahrgast in Bamberg. Der Passagier übernahm in der Nähe des zentralen Omnibusbahnhofs für den Fahrer eines Stadtbusses, in dem auch andere Fahrgäste saßen. Als der nicht ausgebildete Ersatz abrupt bremste, verletzten sich zwei von ihnen leicht; sie erlitten nach Polizeiangaben Prellungen. Für den um die 30 Jahre alten Fahrer hat die nicht einmal 100 Meter lange Fahrt gravierende Konsequenzen: Noch während des Polizeieinsatzes am Freitagnachmittag wurde er vom Dienst freigestellt, jetzt folgte die finale Entscheidung: "Der Arbeitsvertrag wird fristlos und außerordentlich gekündigt", heißt es von den Stadtwerken. Auch der Betriebsrat stehe hinter der Entscheidung. Der Busfahrer erhalte zudem Hausverbot. "Mit seinem Verhalten hat der Busfahrer nicht nur alle Kolleginnen und Kollegen in Misskredit gebracht, die tagtäglich einen guten Job machen. Auch das Image der Stadtwerke Bamberg wurde durch derartiges gedankenloses Verhalten stark beschädigt", sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg, Michael Fiedeldey, laut der Nachrichtenagentur dpa. Das Unternehmen kündigte obendrein weitere rechtliche Schritte gegen den Busfahrer und den Fahrgast an. Auch die Polizei ermittelt gegen beide: gegen den Passagier am Steuer wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung, und gegen den eigentlichen Busfahrer wegen Straftaten nach dem Straßenverkehrsgesetz und dem Strafgesetzbuch. Was die beiden geritten hat, den Platz hinter dem Lenkrad zu tauschen, blieb weiter unklar. "Das ist die spannende Frage, die wir alle nicht beantworten können", sagte ein Unternehmenssprecher der dpa. Zwar habe es eine Anhörung durch die Personalabteilung gegeben, aber im Ergebnis sei das Motiv weiter offen. "Wir wissen auch nicht, in welchem Verhältnis die zueinander standen, wie es konkret zu dieser Situation gekommen ist, ob die sich verabredet haben oder was auch immer – alles Spekulation." Allerdings sei dies mit Blick auf die gezogenen Konsequenzen letztlich auch nicht relevant.