Datum07.05.2026 14:45
Quellewww.zeit.de
TLDRIsrael hat mit einem Luftangriff auf Beirut, bei dem ein Hisbollah-Kommandeur getötet wurde, die brüchige Waffenruhe mit dem Iran gefährdet. Dies markiert den ersten israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt seit der Waffenruhe, deren Kernforderung ein Stopp der israelischen Militäraktionen im Libanon war. Trotz der Vereinbarung setzt Israel seine Schläge im Südlibanon fort, während derzeit Gespräche mit der libanesischen Regierung laufen.
InhaltDie israelische Armee hat eigenen Angaben nach einen Hisbollah-Kommandeur in Beirut getötet. Das Vorgehen gefährdet die ohnehin schon brüchige Waffenruhe mit dem Iran. Israel hat das erste Mal seit der vereinbarten Waffenruhe mit dem Iran die libanesische Hauptstadt Beirut aus der Luft angegriffen. Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben dabei einen Kommandeur der Hisbollah-Elitetruppe Radwan getötet. Von der Hisbollah-Miliz lag zunächst keine Stellungnahme vor. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hatten den Angriff bereits am Mittwoch angekündigt. Der Kommandeur Malek Balut sei führend an der Planung eines Vorstoßes in den israelischen Norden beteiligt gewesen, sagte Netanjahu demnach. Dieser Vorwurf lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Die Attacke gefährdet die ohnehin brüchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Eine Kernforderung des Irans war dabei ein Stopp der israelischen Militäraktionen im Libanon. Die israelische Armee darf sich laut der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen, soll aber "offensive" Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen. Ungeachtet der Waffenruhe setzte Israel seine Militärschläge im Südlibanon fort. Bei einem Luftangriff auf die Stadt Selaja wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch vier Menschen getötet. Die Hisbollah feuerte daraufhin erneut Raketen auf Israel ab. Zudem halten sich israelische Truppen weiterhin in Gebieten südlich des Litani-Flusses auf. Israel begründet dies mit dem Schutz Nordisraels vor dem Raketenbeschuss der Hisbollah aus diesem Gebiet. Parallel führt Israel Gespräche mit der libanesischen Regierung. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete ein Treffen auf höchster Ebene allerdings am Mittwoch noch als verfrüht. Zunächst müsse die Waffenruhe gefestigt werden. US-Präsident Donald Trump will ein Treffen von Netanjahu mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in Washington organisieren.