Datum07.05.2026 13:13
Quellewww.zeit.de
TLDREin Patient des Zentrums für Psychiatrie Emmendingen griff ein Mädchen an und verletzte einen Helfer, nachdem er bei einem unbegleiteten Ausgang nicht zurückkehrte. Er wurde festgenommen und leistete Widerstand, wobei ein Beamter verletzt wurde. Der Mann war wegen eines schweren Gewaltdelikts als schuldunfähig und gefährlich eingestuft. Dies ist der zweite Vorfall innerhalb kurzer Zeit; ein anderer Straftäter war ebenfalls kürzlich aus der Anstalt geflohen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Flucht aus Anstalt“. Lesen Sie jetzt „Psychiatrie-Patient greift Mädchen an und verletzt Mann“. Ein Patient des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) in Emmendingen hat im Freiburger Umland versucht, einem Mädchen gewaltsam das Fahrrad zu entreißen. Wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilte, passierte der Zwischenfall am Morgen des 23. April. Ein Passant sei dem Mädchen zu Hilfe gekommen, woraufhin der Mann ihn geschlagen und verletzt haben soll. Das Kind sei unverletzt geblieben. Zum genauen Ort des Geschehens machte die Behörde keine Angaben. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Eine sofort eingeleitete Fahndung inklusive Polizeihubschrauber habe kurz darauf zur Festnahme des Patienten geführt. Er hat demnach erheblichen Widerstand geleistet - dabei wurden ein Polizeibeamter verletzt und ein Streifenwagen beschädigt. Der Patient hatte den Angaben nach einen unbegleiteten Stadtausgang beantragt, den die Psychiatrie befürwortete und die Staatsanwaltschaft schließlich genehmigte. Von diesem sei er jedoch nicht zurückgekehrt und habe am Folgetag das Mädchen angegriffen. Nach dem Vorfall seien jegliche Lockerungen für den Mann aufgehoben worden. Der Mann befindet sich laut Staatsanwaltschaft seit September 2017 auf Anordnung des Landgerichts Freiburg in der psychiatrischen Klinik in Emmendingen – eingewiesen wegen eines schweren Gewaltdelikts. Das Gericht habe ihn damals als schuldunfähig und für die Allgemeinheit als gefährlich eingestuft. Anstelle einer Freiheitsstrafe wurde eine sogenannte Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet. Der Vorfall ist nicht zu verwechseln mit dem eines anderen kürzlich aus dem ZfP entflohenen Straftäters. Der 26-Jährige ist Polizeiangaben nach am 1. Mai aus dem psychiatrischen Krankenhaus entwichen. Ein Polizeisprecher sagte, dass der geflohene Straftäter "potenziell gefährlich" sei. In einer Mitteilung wird er als "potenziell fremdgefährdend" beschrieben. Der Gesuchte ist den Angaben zufolge etwa 1,80 Meter groß und von schlanker Statur. "Zum Zeitpunkt der Flucht trug er einen Stoppelbart und war mit einer dunklen Schirmmütze und einem schwarzen Trainingsanzug bekleidet", hieß es. Die Behörden veröffentlichten auch eine Fahndung mit Fotos des 26-Jährigen. Wer den Mann möglicherweise sehe, solle die Notrufnummer 110 anrufen. Das Landgericht Freiburg hatte ihn dem Sprecher zufolge im Juli vergangenen Jahres wegen versuchten Totschlags verurteilt. Er habe im November 2024 in einer Flüchtlingsunterkunft mit einem Messer auf einen Bewohner eingestochen und vor seiner Festnahme einen Polizeibeamten verletzt. Warum das Gericht den Angeklagten in einer Psychiatrie unterbringen ließ, blieb zunächst offen. Es ist somit der zweite Vorfall beim ZfP Emmendingen innerhalb weniger Tage. © dpa-infocom, dpa:260507-930-47419/1