Datum07.05.2026 11:07
Quellewww.zeit.de
TLDRDie sächsische Linke betont, dass der 8. Mai als Gedenktag mehr Erinnerung statt weniger benötigt, da die Zahl der Überlebenden abnimmt. Sie fordern sichere Finanzierung von Gedenkstätten und eine lebendige Auseinandersetzung mit der Geschichte. Der Tag soll nicht nur an die Befreiung, sondern auch an die Millionen Opfer erinnern und als Auftrag verstanden werden, sich gegen Vergessen und rechte Einflussnahme stark zu machen, um die Demokratie zu schützen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Jahrestag Kriegsende“. Lesen Sie jetzt „Linke: 8. Mai braucht nicht weniger, sondern mehr Erinnerung“. Die sächsischen Linken sehen im Jahrestag des Kriegsendes 1945 eine fortdauernde Verpflichtung. "Der 8. Mai ist der Auftrag, gegen das Vergessen und für Demokratie einzutreten! Ein Ende dieser Aufgabe ist nicht abzusehen", teilte die Parteispitze mit. Dieser Tag brauche nicht weniger, sondern mehr Erinnerung - zumal die Zahl der Überlebenden schwinde. "Wer sie einschränkt, gefährdet die demokratische Bildung künftiger Generationen. Deshalb müssen Gedenkorte sicher finanziert und zeitgemäß ausgestattet werden." Der 8. Mai wird auf Betreiben der Linken zum zweiten Mal in Sachsen als offizieller Gedenktag begangen. "Der Tag soll kein Ritual sein, sondern muss mit Leben erfüllt werden. Viele schauen auch heute mit Freude und Dankbarkeit auf dieses Datum. Wir dürfen aber nie vergessen, dass im Tag der Befreiung das Echo von Millionen vernichteter Leben widerhallt", hieß es in einer Erklärung, die von den beiden Parteivorsitzenden Anja Eichhorn und Marco Böhme sowie von Fraktionschefin Susanne Schaper unterzeichnet ist. Nach Ansicht der Linken muss die Erinnerung an die Gräuel, die vom faschistischen Deutschland ausgingen, leben – so wie die Erinnerung an jene, die sie beendeten. "Unsere Verpflichtung lautet, dafür zu sorgen, dass die extreme Rechte niemals wieder Einfluss auf die Gesetzgebung bekommt. Alle Menschen sind gleichermaßen wertvoll. Wir dürfen es niemals zulassen, dass dieser Grundsatz relativiert wird." Das Denken, das Auschwitz möglich machte, sei präsent und müsse mit allen demokratischen Mitteln bekämpft werden. © dpa-infocom, dpa:260507-930-46462/1