Wasserstoff-Förderung: Grüne werfen Aiwanger Steuerverschwendung vor

Datum07.05.2026 11:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Grünen werfen Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Steuerverschwendung vor. Von den zugesagten Millionen für Wasserstoff-Tankstellen wurden nur 16,3 Millionen ausgezahlt, fünf Projekte wurden nicht umgesetzt. Auch die Förderung von Elektrolyseuren stockt. Kritiker bemängeln die geringe Nachfrage und die hohen Kosten von Wasserstoff, der ohnehin größtenteils importiert werden müsste.

InhaltBayern hat Millionen Euro in Wasserstoff-Tankstellen gepumpt – doch die Nachfrage blieb aus. Grüne Abgeordnete werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nun Steuerverschwendung vor. Bayerns Wasserstoff-Förderung hat ihr Ziel verfehlt – zumindest in Teilen. Das belegt die Antwort des bayerischen Wirtschaftsministeriums auf eine Landtagsanfrage der Grünen. Demnach fragte kaum jemand die Förderung für Wasserstoff-Tankstellen ab. Auch beim Aufbau von Elektrolyseuren – Anlagen, die Wasserstoff produzieren – floss bis 2025 nur ein Bruchteil der zugesagten Gelder tatsächlich in solche Projekte. Von den knapp 61 Millionen Euro, die der Freistaat zwischen 2018 und 2025 für Wasserstoff-Tankstellen zusagte, zahlte er am Ende nur 16,3 Millionen Euro aus. Fünf der geförderten Projekte wurden offenbar gar nicht umgesetzt: Die Empfänger überwiesen insgesamt neun Millionen Euro zurück. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte jahrelang für Wasserstoff getrommelt und sich 100 Wasserstofftankstellen in Bayern zum Ziel gesetzt. Nach Angaben der Grünen entstanden davon gerade einmal 20. Die Grünenabgeordneten Martin Stümpfig und Markus Büchler werfen Aiwanger deshalb Steuergeldverschwendung vor. Der Minister habe sinnlose Projekte gefördert. Ähnlich zäh verlief der Mittelabfluss bei der Förderung von Elektrolyseuren. Für deren Bau sagte die Staatsregierung 2024 und 2025 knapp 120 Millionen Euro zu – ausgezahlt wurden 2025 aber nur 4,1 Millionen Euro. Das Ministerium räumt in seiner Antwort ein, dass Fördergelder oft nicht im Zusagejahr abgerufen werden, sondern erst später fließen. Auch auf Bundesebene setzt die Regierung auf Wasserstoff: Sie plant ein sogenanntes Kernnetz, das Wasserstoff vorwiegend zur Industrie transportieren soll. Ob sich der Energieträger aber auch im Heizungskeller oder unter der Motorhaube durchsetzt, bezweifeln Energiefachleute. Die hohen Produktionskosten sprechen dagegen. Hinzu kommt: Deutschland müsste einen erheblichen Teil des Wasserstoffs importieren – und würde damit ähnlich abhängig wie bisher beim Erdgas.