Datum07.05.2026 11:00
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Mehrheit der deutschen Familienunternehmer lehnt die Zahlung der steuerfreien Energiepreispauschale von 1000 Euro ab. Laut einer Umfrage des Verbands der Familienunternehmer können 57 Prozent der Unternehmen die Prämie angesichts der Rezession nicht stemmen. Nur 12 Prozent wollen sie zahlen. Der Verband kritisiert, dass die Regierung die Kosten auf die Unternehmen abwälze, und fordert eine technologieoffene Energiepolitik, die auch kleine Atomkraftwerke zulasse. Der Bundesrat stimmt am 8. Mai über die Prämie ab.
InhaltUm die Kosten der Energiekrise abzufedern, können Firmen ihren Angestellten eine steuerfreie Prämie zahlen. Nur ein kleiner Teil hat das einer Verbandsumfrage zufolge vor. Der Verband der Familienunternehmer rechnet damit, dass die Mehrheit der Unternehmer die mögliche Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro für ihre Mitarbeiter verweigert. "Die Prämie können viele Unternehmer nach mehreren Jahren Rezession gar nicht stemmen", sagt die Präsidentin des Lobbyverbands Marie-Christine Ostermann der "Rheinischen Post" . Die Zahlen gehen aus einer aktuellen Umfrage des Verbands hervor, die der "Rheinischen Post" vorlag. Demnach wollen 57 Prozent der Unternehmer die Prämie nicht zahlen, 31 Prozent nur teilweise. Zwölf Prozent der befragten Unternehmer seien bereit, das Geld zu zahlen. Der Bundestag hatte im April dafür gestimmt, dass Unternehmen angesichts der gegenwärtigen Energiekrise ihren Beschäftigten eine Prämie von 1000 Euro steuer- und abgabenfrei zahlen können. Dies soll bis zum 30. Juni 2027 möglich sein. Die Maßnahme muss noch vom Bundesrat abgesegnet werden. Dort wird am 8. Mai darüber abgestimmt. Die Bundesregierung spreche von Entlastung, wälze die Kosten aber auf die Unternehmen ab, kritisiert Ostermann. "Und das in der längsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg." Der Verband der Familienunternehmer vertritt Firmen aus verschiedenen Branchen, von Mittelständlern bis zu Weltkonzernen. Zur Senkung der Energiekosten forderte Ostermann eine komplett technologieoffene Politik, die auch den Bau kleiner Atomkraftwerke ermöglichen könnte. "Es kann nicht sein, dass nach 30 Jahren etwa die Solarwirtschaft immer noch weiter subventioniert wird", sagt sie. Der Verband der Familienunternehmer sei dafür, das Verbot von Kernkraft zu beenden. Die Debatte über Atomkraft ist vor dem Hintergrund des Irankriegs wieder aufgeflammt. Praxisbeispiele aus anderen Ländern zeigen, dass die sogenannten Mini-AKW häufig sehr viel teurer werden als geplant. Selbst Energiekonzerne bezweifeln die Wirtschaftlichkeit der Idee. Lesen Sie hier mehr dazu, weshalb das Comeback der Atomkraft doch ausfallen könnte.