Datum07.05.2026 09:12
Quellewww.zeit.de
TLDREin südkoreanisches Berufungsgericht hat die Haftstrafe für Ex-Premier Han Duck Soo von 23 auf 15 Jahre reduziert. Er wurde wegen seiner Rolle bei der Ausrufung des Kriegsrechts Ende 2024 verurteilt. Das Gericht bestätigte größtenteils die Schuld, stufte die Strafe jedoch herab. Han wurde beschuldigt, die illegale Kriegsrechtsverordnung des abgesetzten Präsidenten Yoon Suk-yeol als rechtmäßig erscheinen lassen zu wollen.
InhaltSüdkoreas früherer Premier Han Duck Soo muss statt 23 nur noch 15 Jahre in Haft. Verurteilt wurde er für seine Rolle bei der Ausrufung des Kriegsrechts Ende 2024. In Südkorea hat ein Berufungsgericht die Haftstrafe für den ehemaligen Ministerpräsidenten Han Duck Soo wegen seiner Rolle bei der Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember 2024 herabgesetzt. Im Januar war der ehemalige Regierungschef von einem Gericht in Seoul zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Berufungsgericht bestätigte die meisten Schuldsprüche gegen Han, stufte seine Strafe aber in zweiter Instanz auf 15 Jahre herab.Laut dem Gericht wiegt seine strafrechtliche Verantwortung sehr schwer, da er "seine enorme Verantwortung" als zweithöchster Vertreter der Yoon-Regierung vernachlässigt und sich an der Rebellion beteiligt habe. Das Berufungsgericht bestätigte unter anderem Anklagepunkte, wonach Han versucht haben soll, das illegale Kriegsrechtsdekret des abgesetzten und zu lebenslanger Haft verurteilten Präsidenten Yoon Suk Yeol, als rechtmäßig erscheinen zu lassen. Demnach sorgte Han dafür, dass das Dekret in einer Kabinettssitzung gebilligt wurde. Zudem habe der damalige Ministerpräsident von Plänen gesprochen, die Wasser- und Stromversorgung wichtiger Medienhäuser zu kappen. Außerdem bestätigte das Gericht die Schuldsprüche wegen der Fälschung der Kriegsrechtserklärung, ihrer Vernichtung sowie wegen Falschaussage unter Eid. Am 3. Dezember 2024 rief der damalige Präsident Yoon überraschend das Kriegsrecht aus und stürzte Südkorea damit in eine tiefe Verfassungskrise. Seinen Schritt begründete der Präsident damit, die freiheitliche Ordnung des Landes vor der Opposition schützen zu wollen, die von Kommunisten und Sympathisanten des Nachbarlandes Nordkorea durchsetzt sei. Beweise für diese Vorwürfe lieferte er nicht. Das zeitweise von Soldaten gestürmte Parlament hob Yoons Dekret in einem hastig einberufenen Votum auf, später wurde er des Amtes enthoben und angeklagt. Im Februar dieses Jahres wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.