Medienbericht zu »Projekt Freiheit«: US-Einsatz in Straße von Hormus angeblich wegen Streit mit Saudi-Arabien unterbrochen

Datum07.05.2026 05:02

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas "Projekt Freiheit" zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus wurde angeblich wegen eines Streits mit Saudi-Arabien unterbrochen. Riad verweigerte den USA die Nutzung eines wichtigen Stützpunkts, nachdem sie von der US-Initiative überrascht und verärgert waren. Präsident Trump begründete die Aussetzung stattdessen mit Fortschritten bei Verhandlungen mit Iran.

Inhalt"Projekt Freiheit" zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus liegt auf Eis – laut Donald Trump wegen gut laufender Verhandlungen mit Iran. Ein US-Sender liefert nun eine ganz andere Begründung. Es ist nicht einfach, den Überblick zu behalten, wenn es um die US-Strategie in der Straße von Hormus geht. Zuletzt hatte Präsident Donald Trump das "Project Freedom" ("Projekt Freiheit") pausiert, mit dem Handelsschiffe unter Militärschutz durch die wichtige Meerenge geleitet werden sollten. Der US-Sender NBC ⁠News ⁠berichtet  nun über die Hintergründe der überraschenden Entscheidung: Trump habe den Marineeinsatz zur Wiedereröffnung der Straße wegen Unstimmigkeiten mit Saudi-Arabien unterbrochen. Riad habe dem ‌US-Militär die Nutzung eines Stützpunkts für ‌die Operation untersagt, meldet der Sender unter Berufung auf zwei nicht genannte US-Regierungsvertreter. Die saudische Führung sei von Trumps Ankündigung, Schiffe durch die Straße eskortieren zu ‌wollen, überrascht und verärgert gewesen. Daraufhin habe Riad Washington mitgeteilt, es werde den USA die Erlaubnis verweigern, Militärflugzeuge ‌vom Stützpunkt Prince Sultan Airbase starten oder ​durch den saudischen ‌Luftraum fliegen zu lassen. Die Basis befindet sich südlich der Hauptstadt Riad. Bisher hatten die Saudis dem US-Militär erlaubt, von dort aus Einsätze in Iran zu starten. Auch Überflüge durch US-Kampfjets waren bisher genehmigt gewesen. Ein Telefonat zwischen ‌Trump ​und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman habe das Problem nicht lösen können. Lesen Sie in einer Analyse aus Riad, wie hinter den Kulissen in Saudi-Arabien die Nervosität und die Enttäuschung über Trump immer größer werden. Hier geht es zum Text . Der US-Präsident ​hatte die Aussetzung des Marineeinsatzes​ am ⁠Dienstag mit Fortschritten ​bei den Friedensgesprächen mit Iran begründet. Vom Weißen Haus hieß es zu der Meldung, dass zahlreiche Verbündete in der Region von der Mission "Project Freedom" überrascht worden seien: "Regionale Partner wurden vorab informiert." Laut dem NBC-Bericht sind Saudi-Arabien und Jordanien wichtig für die Stationierung von Kampfflugzeugen. Kuwait ist demnach bei Überflügen von Bedeutung, Oman sowohl bei Überflügen als auch bei Marine-Operationen. Trump hatte das "Projekt Freiheit" am Mittwoch so überraschend ausgesetzt, wie er es wenige Tage zuvor angekündigt hatte. Der US-Präsident hatte als Begründung für die Pause unter anderem entsprechende Bitten von Pakistan und anderen Ländern genannt. Von dem nun gemeldeten Einspruch der Saudis war in seinem Post auf Truth Social  keine Rede. Pakistan vermittelt derzeit zwischen Washington und Teheran. Während der knapp 36 Stunden des "Projekt Freiheit" waren zwei US-Handelsschiffe von der US-Marine durch die Straße von Hormus geleitet worden. Laut NBC war dabei auch Militärpersonal an Bord der Handelsschiffe, Angriffsversuche der Iraner seien abgewehrt worden. Derweil laufen die Verhandlungen zwischen den USA und Iran weiter, während eine brüchige Waffenruhe gilt (mehr dazu hier). Trump sieht die USA nach eigenen Worten kurz vor einer Einigung mit Iran zur Beendigung des Konflikts. Man sei "sehr nah dran", sagte Trump dem US-Sender PBS laut dem Transkript eines Telefoninterviews.  Auch bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia sprach er von einem schnellen Ende des Irankriegs. Die USA dürften nicht zulassen, dass Iran eine Atomwaffe bekomme: "Ich denke, die meisten Leute verstehen das. Sie verstehen, dass das, was wir tun, ​richtig ist, und es wird schnell vorbei sein." Nach übereinstimmenden US-Medienberichten arbeiten Washington und Teheran mit Vermittlern an einer Absichtserklärung mit 14 Punkten. Das Papier soll einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen schaffen und den Krieg formell beenden. Diskutiert werden demnach auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Im gleichen Zuge schickte Trump erneut Drohungen an Iran (mehr hier): Falls es keinen Deal gebe, müsse man wieder damit anfangen, das Land "in Grund und Boden zu bombardieren", sagte der US-Präsident bei PBS. Donald Trump sucht nach einer Formel, um den Irankrieg zu beenden. Er versucht es mit Schönreden und einer PR-Offensive. Klappt das nicht, droht der Verlust einer essenziellen Wählergruppe. Und eine Klatsche im November. Mehr in der Analyse hier .