Datum07.05.2026 03:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDer NRW-Landtag debattiert über zehntausende Schulabgänger ohne Berufsperspektive, eine alarmierende Zahl, die die SPD kritisiert. Die Landesregierung verweist auf Programme zur Unterstützung. Parallel dazu beschäftigt sich der Landtag mit einem möglichen Untersuchungsausschuss zur Bau- und Heimatministerin Ina Scharrenbach wegen Vorwürfen des Machtmissbrauchs und schlechter Führungsweise. Die AfD fordert einen Ausschuss, wird dies jedoch voraussichtlich nicht allein durchsetzen können.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Berufliche Zukunft“. Lesen Sie jetzt „Landtag debattiert über Jugendliche ohne Berufsperspektive“. Zehntausenden Schulabgängern fehlt in Nordrhein-Westfalen nach offiziellen Angaben nach dem Abschluss eine konkrete Berufsperspektive. Der NRW-Landtag debattiert am Donnerstag (10.00 Uhr) in einer Aktuellen Stunde auf Antrag der SPD-Opposition über die Konsequenzen. Rund 32.800 Schülerinnen und Schüler haben nach Zahlen des NRW-Arbeitsministeriums vergangenes Jahr die Schule verlassen, ohne über einen gesicherten Anschluss zu verfügen. Im Jahr 2024 waren es noch 34.865 Schüler. Die SPD nennt die Zahlen alarmierend. Ohne formale Qualifikation seien die Berufschancen junger Menschen schlecht. Die weiterführenden Schulen müssen in NRW seit 2024 die Daten von Schülern ohne Anschlussperspektive an die Bundesagentur für Arbeit melden, damit den jungen Menschen Berufsberatung angeboten werden kann. Die Landesregierung verweist darauf, dass sie betroffene Schulabgänger durch Programme wie "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) unterstütze. Der Landtag beschäftigt sich erneut auch mit der Affäre um angeblichen Machtmissbrauch durch Bau- und Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU). Die AfD will dazu einen Untersuchungsausschuss beantragen. Im Alleingang kann die AfD das parlamentarische Gremium allerdings nicht einsetzen, da ihr dafür im Plenum das notwendige Quorum fehlt. Ausgangspunkt war ein "Spiegel"-Bericht, wonach Mitarbeiter sich über barsches Verhalten bis hin zu "gesundheitsschädigenden Umgangsformen" sowie "desaströses Führungsverhalten" der Ministerin beklagt haben. Demnach sei die Arbeitsatmosphäre geprägt von "Angst und Schrecken". Unmittelbar nach der Veröffentlichung hatte Scharrenbach Fehler eingeräumt und Verbesserungen angekündigt. Mobbing-Vorwürfe wies sie zurück. © dpa-infocom, dpa:260507-930-45039/1