Riskant für Tiere und Netz: Störche nisten zunehmend in tödlicher Gefahr

Datum07.05.2026 03:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie steigende Storchpopulation in Hessen, besonders in Südhessen, führt dazu, dass sie vermehrt auf Hochspannungsmasten nisten. Dies verursacht eine tödliche Gefahr für die Vögel durch Stromschläge und Kollisionen, sowie Millionenschäden für Netzbetreiber durch Stromausfälle und entzündete Nester. Stromversorger entfernen die Nester außerhalb der Brutzeit und installieren "Vergrämungen", um Wiederbesiedlung zu verhindern, bieten aber auch Alternativen an. Bisher ist dies jedoch nur teilweise erfolgreich.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Riskant für Tiere und Netz“. Lesen Sie jetzt „Störche nisten zunehmend in tödlicher Gefahr“. Die Zahl der Störche in Hessen steigt stetig. Das birgt auch Probleme. Denn die Tiere bauen ihre Nester zunehmend auf Strommasten. "Besonders in Südhessen nisten sehr viele Störche auf Hochspannungsmasten", sagt der Ornithologe Bernd Petri.  Das stelle eine erhebliche Gefahr für die Störche dar und führe zu Millionenschäden bei den Netzbetreibern, erklärte der Gutachter und ehrenamtliche Weißstorchexperte beim Naturschutzbund Hessen (Nabu). Die Störche kommen häufig durch Stromschläge oder Kollisionen zu Tode. Das Nistverhalten der Vögel kann zudem zu Stromausfällen führen, etwa wenn sich überhängendes Nistmaterial entzündet.  Die Netzbetreiber ergreifen deshalb Maßnahmen. Der Stromversorger Syna und die Avacon Netz GmbH etwa lassen die Nester außerhalb der Brut- und Setzzeit von den Masten entfernen, um die Gefahr brennender Nester und die Zahl der toten Störche zu reduzieren.  Anschließend werden die Masten vergrämt. Dazu wird eine Art Ballon beziehungsweise Boje angebracht. So soll verhindert werden, dass die Vögel dort erneut landen oder Nester bauen können. Stattdessen wird versucht, den Störchen andere Nistplätze anzubieten. Bisher sind die Vergrämungen laut den Unternehmen aber nur teilweise wirksam. © dpa-infocom, dpa:260507-930-45045/1